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Rheinberg: Lachmuskeltraining in der Millinger Turnhalle

Büttensitzung der St. Ulrich Schützenbruderschaft : Lachmuskeltraining in der Millinger Turnhalle

Hunderte Narren feierten auf den beiden Büttensitzungen des Elferrates der St. Ulrich Schützenbruderschaft.

Am Wochenende hat der Elferrat St. Ulrich Millingen die Turnhalle der Grundschule am Bienenhaus wieder einmal in eine närrische Hochburg verwandelt. Rund 300 bunt kostümierte Narren schunkelten sich durch die beiden Büttensitzungen am Freitag und am Samstag. Traditionell dabei war auch die befreundete Oppumer Prinzengarde mit Prinz Christian I. und Prinzessin Lilly I. samt Gefolge.

Wenn es darum geht, die Narren in Fahrt zu bringen, sind Millingens Sandhasen die erste Wahl. Passend zum Motto „Piraten leben wild und frei, als Prinzenpaar sind zwei dabei“ enterten sie mit dem Kasalla-Hit „Piraten“ den Saal. Für den Auftakt in der Bütt war erneut „Quasselkopp“ Paul van Holt zuständig. Der Präsident des Orsoyer Karneval Komitees berichtete von seinem letzten Arztbesuch: „Im Sprechzimmer saß ein Neonazi mit Glatze und Springerstiefeln. Da kommt eine Oma rein und sagt zu ihm: Du armer Junge. Erst die Chemotherapie und dann musst du auch noch orthopädische Schuhe tragen.“ Wer sich ein langes Leben wünscht, dem empfahl van Holt eine Heirat: „Das hilft zwar nicht, aber der Wunsch verschwindet.“

Beim anschließenden Auftritt der Ossenberger Showtanzformation „Black Cherrys“ hielt es niemanden mehr auf seinem Stuhl. In Piratenkostümen und erstklassiger Choreografie entführten sie ihr Publikum musikalisch in die Karibik. „Herzlich willkommen im Karnevalswohnzimmer von Millingen“, begrüßten Dagmar und Thomas Gilles die Narren. Mit einem Zoobesuch und musikalischen Darbietungen auf einer Gießkanne trainierten die beiden für die Teilnahme am Dschungelcamp.

Wenn Detlef Scholz und Thomas Coenen die Bühne betreten, spannen sich reflexartig die Lachmuskeln. Als Duo „Bissig & Schön“ befürchteten sie, dass der Klimawandel auch vor ihrem Lieblingsgetränk nicht Halt macht: „Wenn Gretel herausfindet, dass im Bier CO2 ist, sind wir verloren. Aber glücklicherweise geht sie ja nicht zur Schule.“ Selbstverständlich wurden auch die geliebten Ossenberger von ihnen bedacht: Als ein Millinger in den Himmel kommt, wundert er sich über die vielen Uhren, alle mit dem Namen einer Stadt versehen. „Immer wenn ein Vollhorst geboren wird, geht der entsprechende Sekundenzeiger einen Schritt weiter. Die Uhr von Ossenberg hängt in der Küche, sie wird als Ventilator genutzt“, erklärte Detlef Scholz.

Mit dem Erlebnisbericht der „Arme dolle üt Millinge“ aus der Praxis von Dr. Sommer ging es in die Pause. Die schon legendären „Millinger Elfis“ hatten danach mit ihrem Gardetanz wenig Mühe, die Stimmung wieder anzutreiben. Zu den weiteren Höhepunkten zählten der „Reinigungsdienst“ von Petra Heinen und Normen Grobitzsch sowie „Hein Blöd“ Maria Ulrich.