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Rheinberg: Kunst als ewiges Experimentierfeld

Ausstellungseröffnung im Schwarzen Adler in Rheinberg : Kunst als ewiges Experimentierfeld

Die Düsseldorfer Künstlerin Gisela Rietta Fritschi zeigt 18 ihrer Gemälde im Schwarzen Adler in Vierbaum. Viele sind mit Acryl gemalt, andere entstanden am Computer. Ein zentrales Thema ihres Schaffens sind Tod und Vergänglichkeit.

Gisela Rietta Fritschi spricht viel über Tod und Vergänglichkeit. Sie ist der festen Überzeugung, dass es weitergeht, wenn das Leben vorbei ist. Irgendwo, irgendwie, an einem anderen Ort im Jenseits. „Ich bin mir sicher, dass da noch was kommt“, betont die Künstlerin. Der Übergang in ein anderes Dasein, Kreuzungen, Wege und Wandlungen seien wichtige Themen in ihrem Schaffen, unterstreicht die Düsseldorferin. „Wenn man 78 Jahre alt ist wie ich, dann beschäftigt einen das Ende natürlich noch mehr als früher.“

Die Künstlerin mit dem ungewöhnlichen Namen war ihr Leben lang kreativ. Sie empfindet die Aussicht auf das Ende des Lebens überhaupt nicht als bedrückend. Wer sich mit der Malerin und Bildhauerin unterhält, erlebt eine ruhige, nachdenkliche, freundliche Frau. Ihr Vater sei Gärtner im Kurgarten von Bad Driburg gewesen, erzählt sie. Blühen und Verblühen sehe sie als einen ganz natürlichen Vorgang. Und so wirkt ihre Ausstellung im Schwarzen Adler, wenn überhaupt, nur auf den ersten Eindruck deprimierend. Wer die Geschichten zu den sehr unterschiedlichen Werken hört, entdeckt viel Positives, Freudvolles, Ermutigendes und Anregendes darin.

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Gisela Rietta Fritschi lebt und arbeitet in Düsseldorf, hat aber auch ein Atelier in den Nieper Kuhlen bei Neukirchen-Vluyn. Lange war sie in Krefeld zu Hause. Jahrzehntelang hat sie als Kunsttherapeutin gearbeitet, hat auch Kunsttherapeuten ausgebildet. Diese Arbeit beeinflusst ihre Malerei. „Ich hoffe, dass ich anderen Menschen helfen kann“, sagt sie. Die künstlerische Auseinandersetzung sei aber auch Selbsttherapie für sie. Schon früh („Ich war ein sehr schwieriges Kind“) habe sie gesagt: „Ich will malen, weil es mir gut tut.“

Aus ihrem riesigen Fundus hat sie 18 Bilder für die Adler-Ausstellung ausgewählt. Entstanden sind sie zwischen 1995 und 2020. Die meisten sind Acrylbilder. Einige klassisch auf Leinwand wie das kunterbunte Gemälde „Sonne“, eine ganze Reihe auf dickem Papier gemalt. Die haben meist ovale Formen und deuten Spiralen, Drehungen, Bewegungen an. Eben jenen Übergang in eine andere Sphäre. In einem Fall passiert das dreidimensional, fast kindlich und in den knalligsten Farben. Pink, Orange und Gelb gehen ineinander über und drehen das Rad des Lebens. Bilder wie „Die schwarze Träne“ sind auf Holz gemalt. Und extra für Vierbaum hat sie, ganz naiv und naturalistisch, einen schwarzen Adler mit einem vierblättrigen Kleeblatt gepinselt.

Schon als Kind war sie fasziniert von der magischen Wirkung des Lichts in der Dunkelheit: „Mit fünf oder sechs Jahren habe ich von kleinen Straßenbegrenzungen die Phosphorfarbe abgeknibbelt und in einer alten Pralinenschachtel aufgehoben“, erzählt sie. Abends holte sie sie heraus, hielt sie ins Licht und bestaunte dann im Dunkeln ihren eigenen Sternenhimmel.

Ein weiteres wesentliches Element ihres Schaffens ist die Verbundenheit mit der Natur. So erinnert ein Wandrelief an einen kranken, jungen Schwan, den sie einst lebensrettend in ihre Obhut nahm. Auch Pflanzen werden zu Kunst verarbeitet. Etwa Santosome, eine Sumpfpflanze. Fritschi zeigt auch Bilder von Blättern der Pflanze.

Wer allerdings glaubt, dass die erfahrene Künstlerin nur „old school“ arbeitet, der irrt. Vollkommen aus dem Rahmen fallen grafische Beiträge, die anmuten wie Zeichnungen oder Aquarelle, aber vollständig am Computer entstanden sind. „Ich mag es immer noch zu experimentieren, möchte immer noch Neues ausprobieren“, sagt Fritschi. „Für mich ist Kunst ein Spielfeld.“

Die Ausstellung wird am Samstag, 4. Dezember, 16 bis 17 Uhr, im Schwarzen Adler, Baerler Straße 96 in Vierbaum, eröffnet. Die Künstlerin wird anwesend sein. Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen. Ein Test-Zentrum gibt es am Schwarzen Adler.

(up)