1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Kreis erarbeitet ein Konzept, das Mensch und Natur in Einklang bringen soll.

Naturschutz : Aufenthalt am Rheinufer ist bald erlaubt

Der Kreis Wesel erarbeitet ein Konzept, das unter anderem am Rheinufer bei Ossenberg die Interessen von Mensch und Natur in Einklang bringen soll. Die Mittel dafür hat der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises jetzt bewilligt.

Die Wellen schlug hoch im vergangenen Sommer. Nicht die des Rheins am Ufer bei Stromkilometer 805 in Ossenberg, sondern die der Empörung. Der Kreis Wesel setzte 2019 erstmals Ranger (Wächter in Naturschuztgebieten) des Regionalverbands Ruhr ein. Und die untersagten plötzlich Spaziergängern und Hundebesitzern, was vorher als selbstverständlich gegolten hatte: Am Rheinufer, so die klare Aussage der Aufpasser und der dahinterstehenden Behörden, habe niemand seinen Hund auszuführen. Das sei verboten.

Die Naturfreunde waren auf 180. Es könne nicht sein, dass man als Anrainer nicht ans Wasser gehen dürfe. Eine Bürgerinitiative („Contra Rheinuferverbot“) wurde gegründet, das Thema kam in Schwung, es wude demonstriert und prorestiert, bis sich schließlich die politischen Gremien der Sache annahmen. Jetzt scheint sich eine Lösung anzubahnen. Der Kreis Wesel arbeitet an einem „Konzept für Mensch und Natur“. Schutzgebiete sollen Menschen zugänglich gemacht werden, gleichzeitig sollen Flora und Fauna in den Kerngebieten aber noch besser geschützt werden. In einem ersten Aufschlag hat die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Wesel ein Konzept für den Bereich an der Ossenberger Schleuse erarbeitet. Darin geht es darum, die Besucher so durch das Gebiet zu lenken, dass sie keinen Schaden anrichten. Die Biologische Station Kreis Wesel soll sich darum kümmern, dass Pflanzen und Tiere besser geschützt werden. Der Umwelt- und Planungsausschusses des Kreises Wesel hat jetzt dafür die erforderlichen Mittel freigegeben.

  • Landratskandidat Ingo Brohl mit Johannes Hoffmann,
    Kandidaten : CDU nominiert Bovenkerk und Hoffmann für Kreis
  • Die Hochschule Rhein-Waal in Zahlen: Zahl
    Zahlen, Daten, Fakten : Die Hochschule Rhein-Waal wird bei Studenten immer beliebter
  • Test auf Coronavirus. ⇥Foto: dpa
    Möbelhaus-Logistikzentrum : Häufung von Corona-Infektionen bei Poco in Kamp-Lintfort

Ende 2019 hatte die Untere Naturschutzbehörde im Umwelt- und Planungsausschusses des Kreises Wesel den ersten Zwischenbericht zum Einsatz von RVR-Rangern im Kreis Wesel abgeliefert und dabei eine positive Bilanz gezogen. Auch auf die Situation in Ossenberg ging Klaus Horstmann, Fachdienstleiter für den Bereich Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, ein. Der erste Konzeptteil liegt inzwischen vor und ist mit den Landeigentümern, dem Deichverband, der Stadt Rheinberg und anderen Beteiligten abgestimmt. Auch der Bürgerinitiative sei das Konzept vorgestellt worden.

Für Winfried Letzner, verantwortlicher Landschaftsplaner beim Kreis Wesel, ist das Ergebnis dieses Abstimmungsprozesses sehr erfreulich: „Einhellige Auffassung ist, dass das vorliegende Konzept einen guten Kompromiss darstellt und eine gute Grundlage dafür bietet, den Ansprüchen von Mensch und Natur gleichermaßen gerecht werden zu können.“ Die Stadt Rheinberg habe sich bereit erklärt, sich in die Umsetzung des Konzeptes einzubringen. Nun ist eine einfache Änderung des Landschaftsplans Alpen/Rheinberg erforderlich, die bis zum Herbst 2020 abgeschlossen sein soll. Dann werden die erarbeiteten Zugangsmöglichkeiten ins Rheinvorland und zum Rhein verbindlich.“

Mit den jetzt vom Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises bereitgestellten Geldmitteln werden die Planungen für den zweiten Teil des Konzepts, die Entwicklung und Erarbeitung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen im Kernbereich des Naturschutzgebiets, finanziert. Nach teilweise erforderlicher hochwasserschutzrechtlicher Genehmigung ist die konkrete Umsetzung der Maßnahmen aus beiden Konzeptteilen bis zum Jahr 2022 vorgesehen. Bis alles, was der Kreis Wesel jetzt plant, abschließend und vollständig umgesetzt wird, soll allerdings schon nach dem Konzept gehandelt und gearbeitet werden. Das gilt vor allem für die Ranger als Grundlage für die Kontrolle dieses Gebietes.