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Rheinberg: Konzert mit Bröselmaschine führte volle Pulle in die Vergangenheit

Konzert in Rheinberg : Volle Pulle in die Vergangenheit

Peter Bursch und die Bröselmaschine, eine der ältesten deutschen Bands, entführten ihr Publikum im Schwarzen Adler in selige Hippie-Zeiten.

Eine Band wie die Bröselmaschine und Musiker wie Peter Bursch und seine Kollegen gehören unter Arten-, Denkmal- oder Naturschutz oder was auch immer gestellt. Weil sie inzwischen sehr selten geworden sind und beispielsweise gute Dienste bei der musikalischen Sozialisation des eigenen Nachwuchses leisten können.

So hätte man die Jugendlichen von heute am Samstag mit in den Schwarzen Adler nehmen, auf die Bühne zeigen und sagen können: „Seht Euch das an, hört Euch das an! Das sind noch richtige Hippies mit langen Haaren, die haben früher in einer Kommune gelebt, haben möglicherweise gekifft, bevor sie sich die Gitarren umgehängt und sich diese merkwürdige Musik ausgedacht haben!“ Originelle Songs wie die der Bröselmaschinisten gibt es ja heute leider kaum noch. Und man kann sie noch sehr gut hören, wie das Konzert im pickepackevollen Adler bewies.

Psychedelisches, Rockiges, Bluesiges, Orientalisches, Folkiges – hätten noch die Räucherstäbchen geglimmt und hätte es nach Patchouli geduftet, man hätte sich gefühlt wie 1974 im Duisburger Eschhaus oder in der Moerser Röhre oder sonst einer Langhaarigen-Spelunke jener Tage. So führte Bandleader Peter Bursch – er wird bald 71 Jahre alt und sieht topfit aus – durch ein Programm der Erinnerungen. Klar, ist die Duisburger Bröselmaschine im 52. Jahr ihres Bestehens, doch auf Retro-Langzeit-Jubiläums-Tour durch die 60er und 70er Jahre.

Die Band machte einen hervorragenden Job. Nicht nur Bursch (Gitarren, Sitar), auch Drummer-Legende Manni von Bohr, Gitarrist Michael Dommers, Bassist Carlos Palmen, Keyboarder Tom Plötzer und Sängerin Stella Tonon nahmen das Publikum mit auf eine tolle Zeitreise. Da wollte man nur zwei Sätze rufen: „Niemals aufhören mit dieser Musik!“ Und: „Peter, hol schon mal die Sitar!“