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Rheinberg: Konzept für Störfall-Szenario bei Inovyn noch einmal vertagt

Chemieunternehmen in Rheinberg : Konzept für Störfall-Szenario bei Inovyn noch einmal vertagt

Es geht um die Frage: Was ist rund um das Chemiewerk in welcher Abstandszone möglich?

Das von der Stadt Rheinberg in Auftrag gegebene städtebauliche Entwicklungskonzept zur Störfallproblematik war erneut Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Die europarechtlichen Seveso-III-Richtlinie macht diese Ausarbeitung für das Umfeld des Chemiewerks Inovyn (ehemals Westteil Solvay) erforderlich. Inovyn ist als Störfallbetrieb eingestuft, weshalb geklärt sein muss, was in der Umgebung des Werks planerisch möglich ist und was nicht.

Zunächst hat das Münsteraner Büro Ucon den angemessenen Sicherheitsabstand berechnet, falls es im Chemiewerk zu einem Störfall kommen sollte. Im eigentlichen Entwicklungskonzept, das das Büro Stadtumbau aus Kevelaer in Zusammenarbeit mit dem Resio-Ingenieur­büro in Rees erarbeitet hat, wurde der Sicherheitsabstand von 1760 Meter darauf aufbauend in verschiedene Planbereiche untergliedert. Zusammengefasst kann man sagen: Je näher am Werk, desto weniger ist möglich. „Inovyn muss nachweisen, dass es seine Prozesse im Griff hat“, sagte Josef Rumahi vom Büro Resio. „Und wir sind zu dem Ergebnis gekommen: Inovyn hat seine Prozesse im Griff.“

Schlägt man wie mit dem Zirkel einen Abstand von 1760 Metern rund um das Werk, sind Teile der Rheinberger Innenstadt, Ossenberg, Millingen und Annaberg betroffen – etwa ein Fünftel des Stadtgebietes. Die Planer haben die Abstände gestaffelt: 200 Meter, 600 Meter, 1100 Meter und 1760 Meter.

In der Diskussion kamen Fragen auf, was in welcher Zone noch möglich sei; ob etwa die Sportanlagen an der Xantener Straße weiter genutzt werden könnten und ob die neue Kita an der Akazienstraße in der Reichelsiedlung überhaupt gebaut werden könne. Dieter Paus, Technischer Beigeordneter der Stadt, sagte, die Auswirkungen in Bezug auf den Flächennutzungsplan innerhalb der 1760-Meter-Abstands-Zone seien relativ gering. Paus: „Wir wollen durch die Standardisierung einen Leitfaden haben, anhand dessen wir umhin kommen, für jedes Vorhaben eine neue Planung machen zu müssen.“

Der Ausschuss hätte dem Rat gerne empfohlen, das städtebauliche Konzept zu empfehlen. Da die Grünen allerdings noch Beratungsbedarf anmeldeten, wurde der Tagesordnungspunkt noch einmal geschoben.