Rheinberg: Konzentration auf zwei Sportanlagen

Sportpolitik : Konzentration auf zwei Sportanlagen

Der Stadtsportverband Rheinberg hat seine Ideen für ein Modernisierungskonzept der Plätze vorgestellt. Alle Sportstätten sollen erhalten bleiben, in vier Ortsteilen nur noch auf Kleinspielfeldern Fußball gespielt werden.

Über die nachhaltige Modernisierung der Sportstätten in Rheinberg wird seit Jahren diskutiert. Über das Wie, das Wann und wer seine Ideen in welcher Form einbringen darf. Fakt ist: Es muss viel Geld in die Hand genommen werden. Und wenn Geld im Spiel ist, hört mitunter die Freundschaft auf. In Rheinberg gibt’s Interessenkonflikte und Meinungsverschiedenheiten. Das hat erst wieder der zurückliegende Sportausschuss offenbart. Kritisiert wurde in der Sitzung auch die Arbeit des Stadtsportverbands (SSV). „Wir wollen den Sport in den Ortsteilen für alle erhalten. Ob das funktioniert, liegt aber auch an den Vereinen“, sagt SSV-Chef Ulrich Hecker.

Er hat mit seinen Vorstandskollegen ein Modernisierungskonzept für die Rheinberger Sportplätze erarbeitet. Ein Diskussionsentwurf, an dem auch Rainer Kusch mitgearbeitet hat. Der Duisburger, als Fachmann für Sportentwicklung lange für den Landessportbund tätig, ist Berater für den SSV. Die Stadt möchte dagegen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten. Auslöser der Trennung soll eine Meinungsverschiedenheit mit Fachbereichsleiterin Helga Karl gewesen sein. Hecker: „Wir möchten auf sein Fachwissen nicht verzichten.“ Kusch gehörte der Koordinierungsgruppe an, die die Umsetzung der im „Pakt für den Sport“ festgelegten Planungen vorbereiten und begleiten soll.

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13 Seiten umfasst der Diskussionsentwurf des SSV auf Basis des Masterplans, den der Rat vor einem Jahr beschlossen hatte. In dem Papier ist ein Nutzungs- und Auslastungskonzept zu finden. Demnach kann die Stadt auf acht der zwölf Fußball-Großspielfelder verzichten. Grundlage des Planungsansatzes sind die Ergebnisse eines Erfassungsbogens der aktiven Teams, den die Vereine ausgefüllt haben. Demnach können alle aktuellen Mannschaften von den Bambini bis zu den Senioren auf vier Groß- und sechs Kleinspielfeldern in den Ortsteilen trainieren und spielen. Als Belag wird Kunstrasen vorgeschlagen.

Favorisiert werden zwei Schwerpunktanlagen – eine in Budberg, die andere in Rheinberg-Mitte an der Xantener Straße. Das Belegungs- und Nutzungsmanagment könnte die Stadt übernehmen, sagt Heckers Stellvertreter, Peter Houcken. „Klar ist das für einige Vereine ein harter Brocken“, meint Kusch. „Aber auch die Vereine müssen überlegen, was Sinn ergibt und was sich finanzieren lässt“, so Burghard Kretschmer aus dem SSV-Vorstand.

Er betont: Keine der sechs Sportanlagen muss verschwinden. Sie müssen nur umgestaltet werden. Heißt: Kleinspielfelder für den Trainings- und Spielbetrieb bis D 7-Junioren sollen in Borth, Millingen, Orsoy und Ossenberg entstehen. Und an den Standorten soll’s Bewegungsflächen geben, „die den Menschen in den Ortsteilen Möglichkeiten aktiver und sportlicher Freizeitgestaltung bieten“. Für Kinder, Jugendliche, ihre Familien und ältere Menschen.

 Kretschmer weist darauf hin, dass die Fußball-Abteilungen des TuS 08 und der Concordia über eine Kooperation sprechen. Am Ende könnte die Neugründung eines Vereins stehen. Und in Ossenberg werde sich bereits intensiv über einen Mehr-Generationen-Sportplatz unterhalten, so Kretschmer.

Kusch empfiehlt den Rheinbergern ein Blick nach Kamp-Lintfort oder Moers. „Auch dort gab’s Neiddiskussionen. Und dann sind tolle Anlage entstanden.“ Hecker betont: „Wir wollen den Sport in Rheinberg nach vorne bringen.“ Der SSV sucht die Nähe zu den Bürgern. Der Konzeptvorschlag wird in einer Fußball-Konferenz am Montag, 4. November, erläutert. So sollen auch Missverständnisse und Falschinformationen außen vor bleiben. Und der Stadtsportverband sowie Kusch appellieren an die Politik, Weitsicht zu zeigen und nicht allein die Kommunalwahlen 2020 im Blick zu haben. Der nächste Sportschuss tagt am Donnerstag, 7. November.

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