Rheinberg: Konstruktiv auf dem Weg nach Europa

Wochenkommentar : Konstruktiv auf dem Weg nach Europa

In Rheinberg zeigen junge Menschen, wie man sich konstruktiv mit Europa auseinandersetzen kann.

Ein Gutes hat das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in Deutschland und Europa immerhin: Junge Menschen, denen bislang ein gewisses Desinteresse an Politik und gesellschaftlichen Entwicklungen angelastet wurde, erkennen zunehmend den Wert der Demokratie, gehen für ihre Interessen auf die Straße, mischen sich ein, demonstrieren für Klimaschutz und gegen Rassismus und Diskriminierung.

Auch in Rheinberg: An der Europaschule, die jetzt offiziell eine „Schule gegen Rassismus“ ist, haben Schüler Politiker eingeladen und haben sie vor der Europawahl in die Mangel genommen. Ob es richtig war, die AfD von dieser Podiumsdiskussion auszuschließen, sei dahingestellt; die Schüler sollten das mit ihren Lehrern diskutieren. Sie nahmen sich damit die Chance, den Rechtsauslegern zu sagen, was sie von ihnen halten.

Auch die Pfadfinder haben sich auf den Weg nach Europa gemacht. Am Freitag, 17. Mai, richten sie ein Wahlbüro für Jungendliche unter 18 Jahren im Pfarrheim St. Anna ein. So können die, die noch nicht wahlberechtigt sind, schauen, was bei der Wahl abgeht. Zwei gute Beispiele dafür, wie man sich konstruktiv mit Europa auseinandersetzen kann.

Zurück zur Europaschule. Ein Schild und viele Unterschriften machen noch kein rassismusfreies Lern-Paradies. Die Schulgemeinschaft muss beweisen, dass sie es ernst meint mit ihrem Anliegen. Ein guter Anfang ist mit der Selbstverpflichtung auf jeden Fall gemacht.