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Genossenschaft in Rheinberg : Bedauerliches Schweigen zum Adler

Rund 260 Menschen wollen den Schwarzen Adler in Rheinberg erhalten. Die Kultur-Gaststätte ist nicht nur für den Rheinberger Süden ein wichtiger Treffpunkt. Trotzdem hört man von Politik und Verwaltung kein Wort dazu.

Es ist geschafft: Die Schwarzer-Adler-Vierbaum-Genossenschaft ist unter dem Aktenzeichen GnR 156 im Genossenschaftsregister beim Gericht in Kleve offiziell eingetragen. Das heißt: Die Genossenschaft kann das Traditionshaus an der Baerler Straße 96 in Vierbaum zum neuen Jahr übernehmen. Gaststätte und Kulturbetrieb des Lokals werden weitergeführt. Rund 260 Menschen haben bisher ihren Beitritt erklärt, jeder von ihnen leistet eine Einlage von 1000 Euro. Die monatelange Arbeit eines ehrenamtlichen Initiativkreises ist von Erfolg gekrönt. Herzlichen Glückwunsch!

Der Schwarze Adler ist nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen im Rheinberger Süden. Es gibt dort Dorffeste, im Saal werden Familienfeiern abgehalten, es finden politische Versammlungen statt. Die seit Jahrzehnten kontinuierlich geführte Kulturarbeit – Konzerte internationer Blues-Größen, Kabarett und Comedy, Ausstellungen – hat Rheinberg, Vierbaum und den Schwarzen Adler überregional bekannt gemacht. Davon profitiert die Stadt. Arbeitsplätze werden geschaffen, Umsatz wird gemacht, es geht also auch um Wirtschaftsförderung. Ganz nebenbei ist eine solche Einrichtung gut fürs Image.

Von Politik und Verwaltung wird das alles offenbar nicht wahrgenommen. Im Ausschuss für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, der Ende November tagte, wurde die Genossenschaft nicht mal in einem Nebensatz erwähnt. Keine Nachfrage aus den Fraktionen, kein Hinweis, nichts. Auch der Bürgermeister hat sich bisher noch bei keiner Informationsveranstaltung blicken lassen. Ein kurzer Auftritt hätte gereicht, eine Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements – die Sache wäre geritzt gewesen. Der Stadt hätte es zudem gut angestanden, einen symbolischen Anteil von 1000 Euro zu übernehmen. Das sollte ihr der Schwarze Adler wert sein. So aber bleibt der traurige Eindruck, dass kein Interesse besteht. Zumindest nicht von offizieller Seite. Sehr bedauerlich.