Rheinberg: Klaus Rothgang aus Orsoy ist gestorben

Nachruf : Klaus Rothgang ist gestorben

Klaus Rothgang aus Orsoy war überzeugter Sozialdemokrat, Unternehmer und engagierte sich als Presbyter. Jetzt ist er nach langer Krankheit gestorben.

Im Alter von 72 Jahren ist am Reformationstag (31. Oktober) der frühere SPD-Ratsherr, Unternehmer und Presbyter Klaus Rothgang nach langer Krankheit im Hospiz St. Anna in Duisburg-Huckingen gestorben. Dort sei er am frühen Morgen friedlich eingeschlafen, teilte sein Freund und langjähriger politischer Weggefährte Siegfried Zilske mit.

Geboren am am 2. April 1947, trat er als Mitglied einer traditionsreichen Orsoyer SPD-Familie 1968 in die Partei ein und war bald einer der führenden jungen politischen Köpfe in Orsoy. Herausragende Themen waren seinerzeit die kommunale Neuordnung. Parallel dazu gingen die Auseinandersetzungen um die damals geplante Veba-Ansiedlung im Orsoyer Rheinborgen los.

Nach der Kommunalwahl 1979 wurde Klaus Rothgang zum neuen Vorsitzenden des Gesamt-Rheinberger Ortsvereins der SPD gewählt, eine Position, die er bis 1988 inne hatte. Rothgang gehörte dem Rat von 1984 bis 1999 an und war unter anderem Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses,.

In seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender (1984 bis 2004) sei er mit seinem Engagement und seinem „manchmal brachialen Durchsetzungsvermögen“ eine entscheidende Stütze gerade bei schwierigen Entscheidungen gewesem,. erinnert sich Siefried Zilske: „Er war ein Politiker, bei dem das Bauchgefühl eine große Rolle spielte, manchmal trotzig aufbrausend, aber immer verlässlich, hilfsbereit und großzügig.“

Als gelernter Kfz-Mechaniker gründete er – die Gunst der Stunde nutzend – seine EDV-Firma BINFOS, die passgenaue Software für den Buchhandel und große Verlage entwickelte. Damit war er sehr erfolgreich und führte sein Unternehmen bis Ende der 80-er Jahre in eine beeindruckende Expansion. Viele „Promis“ gehörten zu seinem Bekanntenkreis, von Grass und Böll bis zu den großen Verlegern und Politikern. Den Grafiker Klaus Staeck konnte er 1988 für eine Ausstellung seiner Plakate im Alten Rathaus in Rheinberg gewinnen. Anfang der 2000er-Jahre stürzte der Markt für die Produkte seiner Firma ab und sie musste Insolvenz anmelden.

Engagiert war Rothgang bei den Orsoyer Bürgerschützen, der Feuerwehr und zuletzt besonders in der evangelischen Kirchengemeinde Orsoy. Seit 2012 gehörte er dem Orsoyer Presbyterium an, war zudem Finanzkirchmeister. „Er war einer der ganz wichtigen Leute in unserer Gemeinde“, sagte Pfarrer Uwe Klein. „Ein sehr empfindsamer Zuhörer“ sei er gewesen – trotz seines mitunter sehr energischen Auftretens.

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