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Rheinberg: Klangräume besonderer Art

Zwitschermaschine in Rheinberg : Ein Kaleidoskop an Klängen

Die Band Zwitschermaschine bot im Alten Rathaus spannende Variationen des Jazz’.

Im Sitzungssaal im Alten Rathaus hat es sicher schon einige besondere Momente gegeben – dazu dürfte der Abend mit der siebenköpfigen Formation Zwitschermaschine auf jeden Fall auch gehören. Denn das Konzert der sieben Musiker um den Dresdener Altsaxofonisten und Klarinettisten Mark Weschenfelder, der als „Mastermind“ die Songs der Band zu verantworten hat, vereinte ein Kaleidoskop an Klängen in besonderer Zusammensetzung und mit ungewöhnlichen Improvisationen.

„Wie Spießrutenlaufen mit Augenbinde“, charakterisierte der junge Musiker seinen Stil, der von einer wilden Rhythmusgruppe auf der einen und einer tragenden Bläsergruppe auf der anderen Seite geprägt ist.

Neben Weschenfelder agierten Paul Berberich (Flöte, Altsaxofon), Adrian Kleinlosen (Posaune), Jan-dris Meinig (Kontrabass), Florian Lauer (Schlagzeug), Ales Rues (Gitarre) und Sonja Horlacher (Flöte), von denen jeder seinen Beitrag zu dem Gesamtwerk leistete.

Auftakt war mit „The Walk“ ein laut Weschenfelder „aus der Art geschlagenes Stück“. Psychedelisch angehaucht und von einem klaren Bass sowie von zwei Flöten geprägt, bot das Lied ein breites Spektrum der Kunst von Zwitschermaschine.

Danach widmeten sich die sieben Musiker mit „The Dax“ einer etwas punk-rockigeren Variante ihres komplex angelegten Jazz’. Dynamisch baute sich das Stück unter dem Spiel der Instrumentalisten auf, die dabei auch erstklassige Soli boten. Das Lied „125 hypo trip“ überzeugte das Publikum vollends von der Vielfältigkeit und dem Rhythmusgefühl der Musiker. Plötzliche Sprünge zwischen Swing und von Thelonious Monk inspiriertem Jazz fesselten die Zuhörer.

Das Lied „Looping“ entwickelte sich, wie Weischenfelder bereits zuvor angekündigt hatte, zu einem „ganz schönen Aparillo“ mit hallenden Drums-, dröhnenden Saxofon- und virtuosen Trompeten-Soli. Und auch das Stück „Hocket“ präsentierte einen klanglich-spannenden, weil von den Bläsern mit „Vogelstimmen“ versetzten Sound. Ein Klangrausch auch bei dem Stück „Unisono – hein unisono“ mit seinen tragenden Bläsern oder bei „Hobel #3“ mit seinen gegenläufigen Rhythmen.