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Rheinberg: Kirchenmusiker stellt Orgelmusik-Videos für die Osterzeit ins Internet

Interview Christoph Bartusek : Orgelmusik-Videos für die Osterzeit

Der Kirchenmusiker von St. Peter erzählt, warum er Musikstücke ins Internet stellt.

Das kulturelle Leben liegt brach in Zeiten der Corona-Krise. Konzerte, Lesungen, Theater, Ausstellungen – alles fällt aus. Oder wird ins Internet verlagert. Der Kirchenmusiker der Pfarrgemeinde St. Peter Rheinberg, Christoph Bartusek, veröffentlicht selbst produzierte Videos von Orgelstücken im Internet. Die RP hat sich mit ihm darüber unterhalten.

Herr Bartusek, woher kommt die Idee?

Christoph Bartusek Wir haben in der Pfarrgemeinde überlegt, wie wir in dieser Zeit die Menschen erreichen können und kamen auf Videobotschaften. Zwei von Pastor Martin Ahls sind bereits veröffentlicht, eine dritte von Pastoralreferent Werner Koschinski folgt. Meine ursprüngliche Idee war es, diese Botschaften mit Musik zu unterlegen. Doch dann dachte ich: Wenn du die Mikrofone schon hochziehst, dann kannst du auch komplette Stücke als Video produzieren.

Ein erstes Video steht bereits auf der Internet-Plattform Youtube, das auf den Startseiten von www.rheinberger-abendmusik.de und www.christoph-bartusek.de zu finden ist.

Bartusek Den Anfang der Reihe machte die Choralfuge „Hosanna filio David“ von Jeanne Demessieux zum Palmsonntag. An den kommenden Tagen werde ich nun immer ein zum Tag passendes Orgelstück veröffentlichen.

Wie sieht der Plan aus?

Bartusek Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und am Weißen Sonntag nach Ostern wird es weitere Videos mit Orgelmusik geben. Sie dauern im Schnitt zwei Minuten. Man muss sich ja den Sehgewohnheiten der Zuschauer im Internet anpassen. Ostersonntag dauert der Beitrag länger, dann gibt es Händels Hallelujah aus dem Messias in der Orgelversion zu sehen und zu hören.

Mit einem Smartphone ist so ein Video vermutlich schnell gemacht, oder?

Bartusek Weit gefehlt! Mein Anspruch ist es, vernünftige Bilder mit gutem Ton zu liefern. Das heißt: Allein das Schneiden eines Videos nimmt drei bis vier Stunden in Anspruch. Zuvor muss ich die Anlage, die Mikrofone – sie sind in neun Metern Höhe angebracht – und mehrere Kameras in der Kirche aufbauen und die Stücke spielen. Dann ist die Übungszeit noch gar nicht berücksichtigt.

Das kann man Aufwand nennen.

Bartusek Ich habe gesagt, ich möchte die Menschen emotional versorgen, und zwar auf hohem Niveau. Ich hoffe, dass das gelungen ist.