Rheinberg: Kerniger Blues-Rock mit französischem Charme

Konzert : Kerniger Blues-Rock mit französischem Charme

Nach dem Konzert von Laura Cox und Band gab es an diesem Wochenende im Schwarzen Adler schon wieder wunderbaren Bluesrock aus Frankreich - von Rosedale.

Bluesrock aus Frankreich – das gab es bisher, wenn überhaupt, nur selten im Schwarzen Adler. Dafür jetzt gleich zweimal hintereinander. Nach der hart rockenden Laura Cox in der Vorwoche ließ es die Band Rosedale nun vielseitiger, dynamischer und luftiger angehen. Das Publikum erlebte an der Baerler Straße ein starkes Konzert. Es wurde gefeiert und mitgesungen. Wie bei einem französischen Chansonabend. Dabei war die Musik ja bluesig-amerikanisch.

Im Mittelpunkt des Abends standen ganz klar Sängerin Amandyn Roses und Gitarrist Charlie Fabert. Die Lady aus dem Elsass mit dem längsten Haaren auf der Adler-Bühne seit Layla Zoe und der jungenhaft wirkende Gitarrist aus der Champagne. Die beiden sind Motor, Hirn und Herz von Rosedale, geben Tempo und Richtung vor. Unterstützt von den erfrischend und solide spielenden Pili Tempo (Bass), Denis Palatin (Drums) und Séraphin Palmeri (Keyboards) servierte die Band überwiegdend Songs der ersten beiden Rosedale-Alben. Songs wie „Soul Possession“ (bei dem der Name Programm war) oder ein balladesker Sechsachteltakter, bei dem Amandyns facettenreiche Stimme richtig schön zur Geltung kam.

Zwischendurch erlaubten sich die Franzosen einige Coverversionen. Ike & Tina Turners „Nutbush City Limits“ etwa oder das nicht minder gelungene „I’ll take care of you“ – ein Klassiker, den Bobby Bland 1959 aufgenommen hat und der seither vielfach neu interpretiert wurde. So etwa von Elvis Costello, Etta James, Van Morrison und Joe Bonamassa. Roses und Fabert spielten den starken Song in Duo-Besetzung, nur mit Gesang und akustischer Gitarre. Eindrucksvoll.

Auch die Adler-Programmmacher Ernst, Barten, Luise Theile und Norbert Henn genossen das Konzert. Für sie ist jede Veranstaltung ein kleiner Abschied. Inzwischen allerdings einer mit weniger Traurigkeit, weil es im Adler ja 2020 weitergeht. Die Genossenschaft steht kurz vor der Gründung.