Rheinberg: Kanalarbeiten starten in der Reichelsiedlung

Reichelsiedlung in Rheinberg : Kanalarbeiten starten in der Buchenstraße

Die Stadtverwaltung informierte über den Tiefbau in der Reichelsiedlung. Die Anwohner interessierte vor allem, wie viel sie bezahlen müssen.

Die Buchenstraße zwischen Annastraße und Ahornstraße ist bereits komplett gesperrt. Dort haben der Bagger und die Arbeiter des Bauunternehmens Quick aus Kevelaer mit den Vorbereitungen für die Kanalerneuerung in der Reichelsiedlung begonnen. Nach jetzigem Planungsstand dauert es bis Juli 2021, dann sollen die durch den Steinkohleabbau beschädigten Schmutz- und Regenwasserkanäle und natürlich auch die Straßen wieder in einwandfreiem Zustand sein. Die Kosten dafür liegen bei rund 3,2 Millionen Euro.

Vorgesehen ist, in sechs räumlichen und zeitlichen Bauabschnitten voranzugehen. In der Buchenstraße zwischen Anna- und Ahornstraße wird bis Mai gearbeitet, anschließend ist von Mai bis August die Ahornstraße an der Reihe, bevor die Fortführung der Buchenstraße zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 ansteht. Auf der Ulmenstraße laufen die Arbeiten von Februar bis Juni 2021. Die Annastraße steht von Juli 2020 bis Februar 2021 im Plan. Zum Schluss – von April bis Juli 2021 – kommt die Eschenstraße an die Reihe. Zeitliche Überlappungen ergeben sich, weil der Kanalbau oft schon weitergeht, während der Straßenbau in den Abschnitten noch fertiggestellt werden muss.

Regenwasserkanäle werden ausgetauscht in der Annastraße zwischen Bahnübergang und Buchenstraße, in der Buchenstraße zwischen Annastraße und Ahornstraße, Schmutzwasserkanäle in der Annastraße, Buchenstraße, Ahornstraße, Ulmenstraße und Eschenstraße. Bis auf die Annastraße sind alle Straßen als Anliegerstraßen kategorisiert. Die Annastraße ist stärker frequentiert, weshalb die Anlieger weniger bezahlen müssen. 

Die betroffenen Anwohner müssen sich anteilig an den Baukosten beteiligen. Das ist nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) geregelt. Weil der Bergbau Verursacher der Kanalschäden ist, wird die Bergbaugesellschaft RAG an den Kosten beteiligt. Nach dem festgelegten Teilungsschlüssel trägt die RAG 51,11 Prozent, die Stadt 49,89 Prozent der Kosten. Aber: Die RAG muss nur den Zeitwert erstatten. Und die Kanäle seien nun mal rund 50 Jahre alt, hieß es.

Es ging in der Stadthalle auch darum zu erfahren, wann welche Straße gesperrt wird – verbunden mit der Bitte, rechtzeitig darüber informiert zu werden, wenn etwa Haus- oder Garagenzufahrten für einen oder zwei Tage nicht erreichbar sein sollten. Vor allem wollten die Menschen aber wissen, mit welchen Kosten sie rechnen müssen. „Wenn ich mein Auto in die Werkstatt gebe, bekomme ich auch einen Kostenvoranschlag“, sagte eine Frau. Robert Braun, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadt, sagte, er habe Verständnis für diesen Wunsch. Aber: „Die tatsächliche Beitragsabrechnung kann allerdings erst gemacht werden, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.“ Von Vorteil könne sein, dass das Land möglicherweise einen Teil der Anliegerkosten übernimmt. Das sei aber noch nicht entschieden.