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Rheinberg: Jetzt gibt es auch Jazz im Schwarzen Adler

Live-Musik in Rheinberg : Jetzt gibt es auch Jazz im Schwarzen Adler

Die monatliche Jazz-Session von „Jazz Aktiv“ ist nach über 20 Jahren von Moers nach Rheinberg-Vierbaum umgezogen. Immer am dritten Donnerstag im Monat können Musiker mit einsteigen.

Mit dem Schwarzen Adler verbindet man in erster Linie Blues. Was nicht jeder auf dem Schirm haben dürfte: Als Andreas Ocklenburg ab Ende der 80er Jahre Pächter war, spielten dort viele bekannte Jazzer. Ian Carr, Jasper van’t Hoff, Chris Hinze, Charlie Mariano, Till Brönner, John Abercrombie, Trilok Gurtu oder Philippe Catherine, um nur einige zu nennen.

Jetzt kehrt der Jazz zurück an die Baerler Straße. Zum ersten Mal fand dort die Jazz-Session von „Jazz Aktiv“ statt. Eine Veranstaltung, die es seit etwa 23 Jahren gibt. Bis 2011 im Moerser Lokal Röhre, damals organisiert von Seffen Molderings, danach im Moerser Bollwerk, dort unter der Regie von Hans Lammert. Seit 2020 hat der Dinslakener Pianist Lothar Jany den Hut auf. Mit ihm ist die Jazz-Session nach Rheinberg umgezogen. „Wir wollten schon viel früher im Schwarzen Adler starten“, sagte der Musiker. „Aber durch Corona war das nicht möglich. Umso mehr freuen wir uns, endlich spielen zu können.“

Die Jazz-Session gibt es nun einmal im Monat, immer am dritten Donnerstag, immer bei freiem Eintritt und immer ab 20.15 Uhr. Der Ablauf ist festgelegt: Zunächst spielt eine eingespielte Gruppe rund eine Stunde Jazz-Stücke, danach beginnt dann das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel. Sprich: Andere Musiker, die ihre eigenen Instrumente mitgebracht haben, steigen mit ein und spielen mit. Am Donnerstagabend machten Boris Hußmann (Saxophon), Volker Hülsewiesche (Gitarre), Michael Lindner (Kontrabass), Thomas Klecha (Schlagzeug) und Lothar Jany (Piano) den Opener. „Wir spielen ausschließlich Stücke aus dem Real-Book“, so Jany. Das „Real-Book“ ist so etwas wie die Bibel des Jazz, eine Sammlung von 1500 Jazz-Stücken, die die Grundlage für das sponatne Zusammenspiel von Musikern bilden. Das Quintett im Adler griff zu Beginn auf Klassiker wie „Song for my father“ von Horace Silver, „Take the A-Train“ von Duke Ellington und „Footprints“ von Wayne Shorter (im Dreivierteltakt) zurück. Das hatte jede Menge Swing, da waren exzellente Solisten am Werk und es gab viel Applaus von den knapp 20 Zuhörern. Einige von ihnen stiegen später in die Session mit ein. Der Tenor des Abends war eindeutig: Schön, dass es jetzt auch Jazz im Adler gibt.