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Rheinberg: Inovyn-Gaswolke soll Schäden an Autos, Fenstern und Gartenmöbeln verursacht haben

Inovyn in Rheinberg : Gaswolke soll Lackschäden verursacht haben

Rund 40 Anwohner vom Rheinberger Annaberg haben sich beim Chemiewerk Inovyn gemeldet. Das Unternehmen hat einen Gutachter eingesetzt, der die Schäden an Autos, Dachfenstern und Gartenmöbeln untersucht und bewertet.

Am Samstag vor einer Woche hatte die Flamme der Sicherheitsfackel der Vinylchlorid-Anlage im Rheinberger Inovyn-Chemiewerk eine Höhe von etwa 20 Metern (wir berichteten). Kurz darauf stand eine schwarze Wolke über dem Gelände und zog Richtung Annaberg. Wie die Werkleitung damals mitteilte, waren überschüssige Prozessgase über die Fackel abgeleitet und verbrannt worden.

Dieser Aktion hat nun ein Nachspiel. Anwohner des Annabergs haben sich im Werk gemeldet und mitgeteilt, dass sie bei sich zu Hause Beschädigungen festgestellt haben. Es wird vermutet, dass die Wolke die Ursache dafür war. Wie Uwe Schnepel, Leiter Sicherheit und Umweltschutz bei Inovyn, auf Nachfrage sagte, hätten sich bisher rund 40 Anwohner gemeldet. „Sie haben Lackschäden an ihren Fahrzeugen festgestellt, die sich durch Waschen oder Polieren offenbar nicht einfach beseitigen lassen. Auch Gartenmöbel, Pavillons oder Dachflächenfenster sind betroffen“, erläutert Schnepel.

Die ersten Hinweise seien Mitte vergangener Woche im Werk eingegangen. Inovyn habe nun einen Gutachter der Dekra beauftragt, die Schäden zu untersuchen und zu bewerten. Uwe Schnepel sagte, dass zunächst allerdings festgestellt werden müsse, ob Inovyn tatsächlich der Verursacher der Schäden sei. Er bezeichnete dies als „sehr wahrscheinlich“. Man stehe auch mit Inovyn-Mitarbeitern in Kontakt, die selbst betroffen seien.

Die Wolke sei in einem relativ schmalen Korridor vom Werk aus in südwestliche Richtung geweht worden, dort seien auch die Schäden aufgetreten. Die Wolke habe neben Wasser und CO2 auch Salzsäure transportiert. Der Inovyn-Sicherheitsexperte wies darauf hin, dass sich das Unternehmen im guten Dialog mit betroffenen Anwohnern befinde und Inovyn alles Erforderliche veranlassen werde, um  Betroffene gegebenenfalls zu entschädigen.

Die Fackel der Vinylchlorid-Anlage sorge für die sichere Behandlung von abzuleitenden Prozessgasen, so Inovyn. Für eine möglichst rußfreie Verbrennung werde über Düsen Wasserdampf in die Flamme gesprüht. Das erzeuge ein Zischen. Müssten größere Mengen verbrannt werden, erhöhe sich auch die eingedüste Dampfmenge, was zu einer stärkeren und damit lauteren Geräuschentwicklung führen könne. Aufgrund einer anfangs geringen Dampfmenge sei es zunächst zu einer stärkeren Rußbildung gekommen, die aber bald abgenommen habe. Inovyn steht aufgrund der Fackeltätigkeit in Kontakt mit der Bezirksregierung.