Rheinberg: Hundehalter und Radler fordern Zugang zum Rhein

Naturschutz am Rhein : Protest gegen strenge Ranger

In Ossenberg demonstrierten Hundehalter und Radler für freien Zugang zum Rhein.

Gut hundert Bürger – zumeist mit Hunden – sind zum Deich an die Schleuse in Ossenberg gekommen, um ihrem Unmut über die aktuelle Schließung des Zugangs zum Rheinufer deutlich zu machen. „Ich bin hier geboren. Als Kinder haben wir da gespielt. Das ist das erste Mal seit 50 Jahren, dass der Weg gesperrt ist“, erzählt die Ossenbergerin Silke van Dyk.

Einige Protestler tragen ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Rheinverbot – Nicht mit uns“ und diskutieren mit den beiden Rangern, die der Kreis und der RVR zum Schutz der Flächen einsetzen. Marco Hofmann ist einer der Initiatoren des Protestes. Er ist sauer: „Wir dürfen einfach nicht mehr an den Rhein.“ Der Weg werde seit Jahrzehnten geduldet, Bürger würden ihn gerne nutzen. „Der Mensch braucht den Zugang zur freien Natur – ob mit Hund oder ohne.“ Er wolle halt noch mit seinem Sohn an den Rhein – „Natur gucken und Steine ins Wasser werfen“.

Die Bortherin Carmen Waldermann spricht von einer „wahnsinnigen Einschränkung“. Sie liebe es, mit ihrem Hund hier spazieren zu gehen, „der hier frei toben kann“. 60 Prozent der Hundebesitzer würden zudem Müll und Dreck am Rhein wegräumen, ergänzt Ehemann Jürgen. Die „Lagerfeuerpartys“ gebe es eher Richtung Rheinberg. Und wenn, heißt es, würden Erwachsenen die Reste privat entsorgen, die Jugendlichen ansprechen. Sogar Jugendliche, die damit nichts zu tun hätten, würden anpacken. „Wir haben Einkaufswagen geschoben und aufgeräumt, wenn Party war“, berichten die 14-jährige Celina und ihre Freundin Lea.

Natur gehöre allen – der Mensch sei hier „einfach vergessen“ worden, so die Kerstin Karabeg (53) aus Borth. Der Naturschutz ist für sie nur vorgeschoben. „Der RVR, der hier Ranger einstellt, erteilt zugleich die Genehmigung für den Ruhehafen, wo es Reiher, Insekten oder Biber gibt.“ Der Spazierweg diene auch der Pflege menschlicher Kontakte, ergänzt die Drüpterin Mona Zurbriggen, die eine Unterschriftenliste in der Hand hält. Die soll dem Landrat nach der Sommerpause übergeben werden. Ranger Ulrich Gräfer versucht, den behördlichen Standpunkt deutlich zu machen. Man habe jahrelang nichts gesagt, bis es einfach zu extrem geworden sei auf den Trampelpfaden und mit den Folgen für brütende Vögel. Es gebe zudem noch Zugang zum Strand am Rhein Richtung Rheinberg.

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