Rheinberg: Humorvoller Seegang mit dem kfd-Narrenschiff

Karneval in Rheinberg : Humorvoller Seegang mit dem Narrenschiff voller Frauen

Die Katholische Frauengemeinschaft St. Anna brachte mit 20 närrischen Beiträgen das Publikum im Rheinberger Pfarrheim zum Toben.

Der Blick in den Saal des Pfarrheims lohnte sich. An den langen Tischen saßen gut gelaunte und kostümierte Närrinnen, die außer Rand und Band waren. Im ausverkauften Saal wurde geschunkelt, gesungen und geklatscht, was das Zeug hielt. 20 Programmpunkte servierte die 15-köpfige Spielschar der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) dem Publikum.

Ursula Koczet und Marlis Ingenerf hatten das Ruder des Narrenschiffs in der Hand und steuerten es von Höhepunkt zu Höhepunkt - beispielsweise zum Sketch mit Neuzugang Hildegard Gissing und Urgestein Käte Hügen. Per Telefon will sich die Tochter (Hildegard Gissing) mit ihrer Mutter (Käte Hügen) verabreden. Über Monate ist die Mutter ausgebucht und dauernd unterwegs. Die vorgeschlagenen Termine passen nicht in den Kalender. Nur am Hochzeitstag der Tochter hat sie noch Zeit für ein Treffen. Als die Tochter dann verständlicherweise absagt, ist die Mutter empört: „Immer diese jungen Leute, nie haben sie Zeit.“

Zeit für die Kultur hatte Sitzungspräsidentin Ursula Koczet im Pariser Louvre. Sie nahm sich einfach das Bild der Mona Lisa mit nach Hause. Drei Mal Mona Lisa im edlen Rahmen als sozusagen lebendige Kunst sorgte im Publikum für jede Menge Spaß. Denn aus der Mona Lisa „to go“ schauten die Köpfe und Hände von Cornelia Hendricks, Ulla Elsner und Sylvia Grasbon heraus. Der Saal tobte, sorgte für Raketen und bekam die gewünschte Zugabe. Schlag auf Schlag legte das Programm nach, beispielsweise mit den Jüngsten der Rhinberkse Jonges, der Garde der Goldlöckchen. Elf Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren tanzten sich in die Herzen des Publikums und präsentierten stolz ihre Choreographie.

Auch an bekannt scharfzüngigen Büttenreden am Annaberg zu den eigenen alltäglichen Herausforderungen und Männern im Speziellen fehlte es nicht. Alles kam auf den Tisch, nichts blieb verschont. Die Aktiven legten auf der Bühne nach, luden zum Zwiegespräch im Liegestuhl nach Mallorca ein oder beklagten auf humorvolle Weise den Unruhestand als Rentnerin. Raketen, Helau und jede Menge gute Laune waren die närrischen Folgeerscheinungen.Das karnevalistische Beben endete mit einem gemeinsamen Abschlusslied.

Alle zwei Jahre, immer wenn sich kein Zug durch Rheinberg schlängelt, lädt die kfd die Frauen an zwei Nachmittagen mit Kaffee und Kuchen zum Karneval auf den Annaberg ein. Ab November haben sie gemeinsam das Programm gezimmert. Ein Motto gab es für diese Session nicht, das beispielsweise in der Kostümierung hätte umgesetzt werden können. Eigene Kostümideen hatte das Publikum aber zur Genüge. Das kfd-Team war mit Hut, Paillettenweste und rotem Schlips einheitlich gekleidet und sorgte mit für die Bewirtschaftung. Die kfd St. Anna hat rund 130 Mitglieder. Teamsprecherinnen sind Ursula Koczet und Marlis Ingenerf.