Rheinberger unterstützen Menschen aus der Ukraine Hilfsbereitschaft ist ungebrochen

Rheinberg · Die Rheinberger Europaschule hat einen Transport nach Polen gefahren, wo ukrainische Kinder in einem Heim leben. Die Initiative „Millingen hilft“ heißt jetzt „Rheinberg hilft“ und St. Peter hat eine Wohnung für Flüchtlinge renoviert.

 An der Europaschule arbeiteten Schüler, Lehrer, Sozialarbeiter und Eltern Hand in Hand. Die Hilfsgüter sind bereits nach Polen gefahren worden.

An der Europaschule arbeiteten Schüler, Lehrer, Sozialarbeiter und Eltern Hand in Hand. Die Hilfsgüter sind bereits nach Polen gefahren worden.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Hilfsbereitschaft reißt nicht ab. Auch in Rheinberg sammeln und spenden viele Hilfswillige für die leidgeplagten Menschen, die im ukrainischen Kriegsgebiet unterstützt werden müssen oder als Flüchtlinge nach Deutschland kommen und Hilfe brauchen. Drei Beispiele für das enorme Engagement in der Stadt:

Hilfstransport der Europaschule Karsten Schmidt, stellvertretender Leiter der Rheinberger Gesamtschule, und die beiden Schulsozialarbeiter Alexandra Kasperek und Remzi Bulut haben mit einem selbst organisierten Transport gespendete Hilfsgüter nach Polen gefahren. Ihr Ziel war das rund 900 Kilometer entfernt gelegene Kinderheim Dom Wazasow Dzieciecych nahe der tschechischen Grenze. Dieses Kinderheim hat kurzerhand sämtliche Bewohner eines Kinderheims im ukrainischen Czerkasy südlich von Kiew aufgenommen – 73 Kinder und Betreuer. Mittlerweile sind weitere Kriegsflüchtlinge dazugekommen, sodass jetzt 110 Ukrainer in der polnischen Einrichtung versorgt werden müssen. „Die Kinder wurden mitten in der Nacht in Pyjamas und mit Pantoffeln in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in Busse gepackt und nach Polen gebracht“, berichtet Alexandra Kasperek. „Dort sind sie jetzt in Sicherheit und sind sehr gut untergebracht.“

 Die Wohnung von St. Peter ist eingerichtet.

Die Wohnung von St. Peter ist eingerichtet.

Foto: St. Peter

Als die Deutschen dort mit 100 Kisten voller Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamenten aufkreuzten, seien Freude und Dankbarkeit riesengroß gewesen, erzählen die Fahrer. Das Kinderheim habe man sich genau ausgesucht, um zielgerichtet helfen zu können. „So wissen wir, dass die Hilfe unserer Schulgemeinschaft auch ankommt und wirkungsvoll ist“, betont Schulleiter Martin Reichert. Er ist sehr glücklich, dass an der Europaschule wirklich alle an einem Strang ziehen und helfen: Schüler, Lehrer, Eltern, auch die Reinigungskräfte haben Pakete gepackt und gespendet. „Das ist wirklich großartig“, so Reichert.

Nachbarn der Millinger Straße in Millingen haben Waffeln gebacken und für die Ukraine-Hilfe verkauft.

Nachbarn der Millinger Straße in Millingen haben Waffeln gebacken und für die Ukraine-Hilfe verkauft.

Foto: Rheinberg hilft

Weiterhin wird auch Geld gesammelt und auf ein Spendenkonto überwiesen (siehe Info). Schüler haben selbst gemachte Ukraine-Buttons verkauft und damit über 500 Euro eingenommen. Die Sparkasse legte eine Spende von 1000 Euro dazu, weitere 1000 Euro kamen vom Vater eines Schülers, sodass mehr als 2500 Euro überwiesen werden konnten. Dorota Niedzialkonska ist eine Mitarbeiterin des Kinderheims. „Sie hat darum gebeten, dass allen Spendern herzlich gedankt wird“, so Alexandra Kasperek. Martin Reichert war der Hinweis wichtig, dass die Hilfsbereitschaft nicht abreißt: „Wir haben das Unterrichtsfach ,Verantwortung‘, da werden wir das Thema Ukraine das ganze Jahr über behandeln.“

Rheinberg hilft Die Initiative „Millingen hilft“ hat sich umbenannt in „Rheinberg hilft“ und will nun stadtweit für die Ukraine sammeln. Am Sonntag haben Nachbarn der Millinger Straße dort selbst Waffeln gebacken und gegen Spenden verteilt. Die Kinder der Straße hatten die Idee dazu. Dazu gab es selbst gebastelte Kerzen als Friedenslichter, die reißenden Absatz fanden. Bei der Aktion kamen fast 1500 Euro für die Ukraine-Hilfe zusammen. Das Geld wird für wichtige Lebensmittelspenden, dringend benötigte Materialien und Transporte in die Ukraine eingesetzt.

Wohnung renoviert Innerhalb einer Woche hat ein Team von Helferinnen und Helfern eine leer stehende Wohnung der Pfarrei St. Peter auf Vordermann gebracht. Es wurde Laminatboden verlegt, alle Wände wurden gestrichen, das Badezimmer renoviert, alles grundgereinigt und mit gespendeten Möbeln ausgestattet. Es habe so viele Spenden und Hilfsangebote gegeben, dass gar nicht alle und alles berücksichtigt werden konnte, sagt Pfarrer Martin Ahls: „Ein herzlicher Dank gebührt allen, die Möbel und Haushaltsgegenstände gespendet haben und denen, die die Wohnung so schön gemacht haben.“ Die Familie aus der Ukraine sollte am Montag nach Rheinberg kommen und ein wohnliches Zuhause für die nächste Zeit vorfinden. Benötigt werden jetzt noch Gardinen, insbesondere für die Schlafzimmer, außerdem fleißige Menschen, die Gardinen kürzen oder umnähen können.

(up)
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