Rheinberg: „Gruß aus Rheinberg“ fürs Stadtarchiv

Rheinberger Postkarten : „Gruß aus Rheinberg“ hat enormes Gewicht

Theo Horster aus Alpsray hat nur noch knapp 20 seiner 592 Seiten starken Bücher mit Ansichtskarten aus 122 Jahren.

Wem Theo Horster einen „Gruß aus Rheinberg“ ins Haus schickt, der sollte einen kräftigen Postboten haben und ein stabiles Bücherregal. Denn nur ein einziges Exemplar seines 592 Seiten starken Nachschlagewerkes mit historischen Postkartenansichten aus seiner Heimatstadt (wir berichteten mehrfach) bringt stattliche 2,7 Kilogramm auf die Waage. Für das Porto könnte er seine Frau sicher zum Eis­essen einladen. Dennoch: Es sind bereits einige seiner Bücher per Post verschickt worden – an Leute, die nicht mehr in der Stadt leben, aber immer noch mit dem Herzen hier sind. Der Autor ist erleichtert: Wer sich noch eines der 100 aufgelegten gewichtigen Exemplare voller Stadtgeschichte in Wort und Bild sichern möchte, sollte sich sputen. Bis auf ein knappes Fünftel sind alle weg.

Ende der 80er Jahre hat Theo Horster damit begonnen, Ansichtskarten aus Rheinberg zu sammeln und seinen Fundus, der rund 800 Exemplare umfasst, zu ordnen. An den Karten wird sichtbar, wie sich das Gesicht der Stadt und ihrer Ortsteile – Orsoy nimmt einen großen Teil ein – im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Viele Gebäude wie das St.-Nikolaus-Krankenhaus oder das Kriegerdenkmal auf dem Großen Markt gibt’s nicht mehr, bleiben aber als Kartenmotiv erhalten.

Dazu hat der Sammler jeweils auf einer Seite mit Text das Motiv erläutert und geschichtlich eingeordnet. Die älteste, handkolorierte Karte mit dem Poststempel vom 4. April 1897 zeigt vier Motive der Stadt. Die Sammlung deckt einen Zeitraum von 122 Jahren ab. Die Postkarten haben einen erheblichen Sammlerwert. Besondere Raritäten kosten an die 100 Euro. Theo Horster hat also viel in seine Sammlung investiert, nicht nur Zeit und Energie, sondern auch Geld, auch wenn er durch den Verkauf des Buches inzwischen gut 3500 Euro eingenommen hat.

Der Stückpreis von 44 Euro decke allein die Druckkosten. Wer noch ein Buch kaufen möchte, kann sich an Stadtarchivarin Sabine Sweetsir, Tel. 02843 16349, oder an die Eheleute Horster, Tel. 02843 5792, wenden.

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