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Rheinberg: Grüne wollen Abbau von Kies und Sand stark einschränken

Geplante Auskiesungen am Niederrhein : Grüne wollen Abbau von Kies und Sand stark einschränken

„Mit großer Verwunderung und Erstaunen“ haben die Rheinberger Grünen gelesen, was die Kies-Industrie als Stellungnahme zum Bericht über weitere geplante Auskiesungen unter anderem in Rheinberg gesagt haben. Die SPD hatte die Auskiesungen heftig kritisiert.

„Die SPD hatte die Auskiesungen heftig kritisiert (wir berichteten). Da wird behauptet, dass es massive Probleme für die Bauwirtschaft und damit auch für die Konjunktur geben würde, wenn keine neuen Flächen für die Rohstoffgewinnung genehmigt werden“, so die Grünen. „Hierzu muss man wissen, dass die regionalplanerische Bedarfsermittlung von Kies und Sand ausschließlich an den Mengen, die die Kiesindustrie in den jeweils letzten drei Jahren abzugraben vermochte, erfolgt. Einzig die abgebaute Menge stellt somit den ,Bedarf’ dar. Wo sind da die Probleme der Bauwirtschaft?“

Die Grundlage für die Berechnung landesplanerischer Versorgungssicherheit halten die Grünen für nicht geeignet, weil sie „unserer Meinung nach lediglich die Bedarfsermittlung für die Versorgungssicherheit privatwirtschaftlicher Interessen der Abgrabungsunternehmen darstellen“. Mit der Begründung „NRW benötigt pro Jahr 50 Millionen Tonnen Sand und Kies – andernfalls ist die Konjunktur futsch“, sage „Zukunft Niederrhein“, die Lobbyinitiative der Sand und Kiesindustrie, welche „Zukunft“ sie für den Niederrhein vorgesehen hat. „Ausbaggern bis zum Ende“, laute die Devise, so die Grünen. „Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, in der Landesplanung (LEP) die Verlängerung der Versorgungssicherheit auf 25 Jahre zurück zu nehmen.“ Andernfalls müsse alleine für den Kreis Wesel mit ca. 300 Hektar zusätzlichen Abgrabungsflächen gerechnet werden. Von 2009 bis 2019 habe die Förderung von Sand und Kies in NRW bei rund 61 bis 63 Millionen Tonnen stagniert. Demgegenüber habe sich der Wert dieser Menge im gleichen Zeitraum um fast 30 Prozent auf 554 Millionen Euro erhöht (Quelle: Statistisches Landesamt) erhöht. Die Grünen: „Mit diesem Ausverkauf unserer Landschaften und Ressourcen muss Schluss sein. In NRW solle nur noch das abgebaggert werden, was hier auch gebraucht werde.“