Rheinberg: Große Mehrheit will den Pumptrack

Jugendhilfeausschuss : Große Mehrheit will den Pumptrack

Der Jugendhilfeausschuss spricht sich klar für den Bau der Asphaltstrecke auf dem Bolzplatz aus, will die kritischen Anwohner aber einbeziehen.

Schon seit zwei Jahren wird über den Pumptrack diskutiert; über die geplante Asphaltstrecke, die auf einem Teil des alten Bolzplatzes zwischen Tennishalle, Fossa und Königsberger Straße für BMX-Fahrrad- und Rollschuhfahrer gebaut werden soll. Es wurden zwei Workshops für Jugendliche durchgeführt, die sich an der Planung beteiligen wollen; die Stadt hat sich um eine Aufnahme in das interkommunale Leader-Projekt beworben und hat gute Aussichten, dadurch 65 Prozent der Kosten von rund 330.000 Euro erstattet zu bekommen; der Standort ist mit der Bezirksregierung Düsseldorf abgestimmt und der Rat hat bereits einstimmig seit Placet erteilt, dieses einst in den Reihen der CDU geborene Jugendprojekt auf den Weg zu bringen. Gerade dachte man noch „jetzt geht’s los“ und alles ist gut, da gerät plötzlich alles ins Wackeln.

Warum? Weil sich ungefähr 20 Anwohner mit ihrer Unterschrift plötzlich beim Bürgermeister dafür stark machen, dass ein anderer Standort gewählt werden soll. Sie sind gegen den Pumptrack in der Nähe ihrer Häuser. Und als Reaktion darauf unterzeichnen innerhalb weniger Tage 627 Unterstützer eine Online-Petition und 366 tragen sich in Unterschriftenlisten ein, die in Rheinberg kursieren. Sie alle wollen den Pumptrack.

So soll der Pumptrack auf dem Bolzplatz an der Rheinberger Tennishalle aussehen. Auch Sitzgelegenheiten sind eingeplant. Foto: Stadt Rheinberg

Kein Wunder, dass der Sitzungsraum 249 im Stadthaus am Dienstagabend fast aus den Nähten zu platzen drohte. So voll war er. Denn neben dem Ausschuss waren die Gegner und vor allem die Befürworter gekommen. Die – überwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – hatten bereits vor dem Stadthaus klar gemacht „Pumptrack für Rheinberg“. So stand es auf einem großen Pappschild zu lesen.

Als Sprecher der Pro-Initiative verlas David Hübbers eine Stellungnahme. Er sagte, dass er und seine Freunde sich sehr darüber geärgert hätten, dass die Anwohner sie in die Nähe von Drogenkreisen gerückt und von einer „unbedeutenden Minderheit“ gesprochen hätten. Die Anlage sei „hoch attraktiv“. Hübbers: „Sie wird zu einer starken Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Ort führen.“ Die Jugendlichen seien bereit, den Pumptrack sauber und in Ordnung zu halten. „Und wir sind bereit, mit den Anwohnern in einen Dialog zu treten.“ David Hübbers überreichte dem Ausschussvorsitzenden Markus Geßmann die Unterschriftenlisten.

Alle Fraktionen und auch Rosemarie Kaltenbach als Sozaldezernentin zeigten sich erfreut darüber, dass so viele Jugendliche sich einmischten. Kaltenbach sagte aber ausdrücklich auch, dass sie sich über die Kritik der Anwohner freue: „Das gehört zur Demokratie dazu.“ Sie will die Anwohner einbeziehen, auch wenn es von städtischer Seite keinen zwingenden Grund dafür gebe – „weil das die Akzeptanz stärkt“. In der Diskussion nahm die Frage, ob eine sogenannte Street-Workout-Anlage (ein Mehrgenerationenspielplatz wie im Neubaugebiet Moerser Straße) in den Workshops und auch in dem Leader-Antrag berücksichtigt worden sei, großen Raum ein. Letztendlich entschied der Ausschuss einstimmig (bei einer Enthaltung der SPD), der Beschlussempfehlung der Verwaltung zu folgen.

Das bedeutet: Der Pumptrack soll gebaut werden, zudem Sitzgelegenheiten und Mülleimer und es soll ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben werden. Und zwar unter der Annahme, dass auch eine Street-Workout-Anlage existiere. Die, auf diesen Kompromiss ließ sich Erich Weisser von der CDU ein, könne man dann später bauen, wenn die Stadt Geld dafür habe.

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