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Rheinberg: Glück und Zufall werden bei Timo Beek zu Orgelkang

Rheinberger Abendmusik : Glück und Zufall werden zu Orgelklang

Der niederländische Organist Timo Beek gestaltete die Rheinberger Abendmusik in der St.-Peter-Kirche. Es gab viel Applaus für ein klug zusammengestelltes und hervorragend interpretiertes Programm.

Die Konzertreihe Rheinberger Abendmusik erfreut sich auch im zehnten Jahr ihres Bestehens großer Beliebtheit. Daran konnte auch die rund 20-monatige Corona-Zwangspause von März 2020 an nichts ändern. Denn schon das Auftaktkonzert der Spielzeit 2021/2022 im November des vergangenen Jahres überzeugte das Publikum. Und auch jetzt am Sonntagabend mit dem Konzertorganisten Timo Beek konnten die Zuhörer einen Hörgenuss erleben.

In diesem Konzert standen zu Anfang und am Ende mit den Sonaten von Johann Kuhnau (1660-1722) und Johann Peter Emilius Hartmann (1805-1900) Raritäten der Orgelmusik auf dem Programm. Dazu erklang mit dem Andante aus der Symphonie „Das Wunder“ von Joseph Haydn (1732-1809) eine Komposition, die zu den sogenannten zwölf „Londoner Symphonien“ zählt. Ein Choralvorspiel von Johann Sebastian Bach (1685-1750) sowie ein bekanntes Volkslied von Johann Ehrhardt Weippert (1766-1823) komplettierten den abwechslungsreichen Konzertabend, der unter dem Motto „Glück, Zufall, Schicksal“ stand.

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Der 1976 in den Niederlanden geborene Timo Beek studierte Orgel, Kirchenmusik und Cembalo an den Musikhochschulen in Zwolle, Amsterdam und Enschede. Später war er unter anderem Teilnehmer von Meisterkursen in den Niederlanden und Deutschland. Seit 2020 ist Beek künstlerischer Leiter des protestantischen Chores HZW im niederländischen Winterswijk. Wenige Kilometer davon entfernt wohnt er auf deutscher Seite in Gronau.

Eine Besonderheit der Rheinberger Abendmusik ist es, dass das Spielgeschehen mit zwei Kameras simultan auf eine Leinwand im Chor vor dem Hochaltar der Kirche übertragen wird. So konnten die Besucherinnen und Besucher Beeks imposantes Orgelspiel auf der wohlklingenden Weimbs-Orgel mit seinen zwei Manualen plus Pedal durch die Videoübertragung detailliert mitverfolgen.

Musikdramaturgisch gut durchdacht hat Beek sein einstündiges Konzertprogramm, denn immer wieder kamen die Themen Glück oder Unglück, Zufall oder Schicksal musikalisch zu Wort: So zum Beispiel in der „Sonata Quarta“ von Kuhnau, in der König Hiskia (nach einem Bibeltext aus dem Jesaja, Kapitel 38) das Glück hatte, nach schwerer Krankheit wieder zu gesunden.

Das aufmerksam zuhörende und mitgehende Publikum schenkte dem Orgelvirtuosen Beek für sein klug zusammengestelltes und eindrucksvoll vorgetragenes Konzertprogramm mit Kompositionen aus der Zeit zwischen Barock, Klassik und Romantik einen herzlichen Schlussapplaus.

(O.R.)