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Rheinberg: Für Flüchtlinge in Orsoy läuft’s wieder nach Plan

Zentrale Unterbringungs-Einrichtung : Für Flüchtlinge in Orsoy läuft’s nach Plan

Im Sozialausschuss berichtete der Leiter der Flüchtlingseinrichtung des Landes, Andreas Stomps, wie der Übergang auf eine neue Betreuungsgesellschaft geklappt hat.

In der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Orsoy hat der Betreuungsdienst gewechselt: Die Malteser sind ausgeschieden, das Unternehmen European Homecare (EHC) hat übernommen. Die ZUE war von Anfang Dezember 2019 bis Ende Januar 2020 ohne Bewohner. Inzwischen laufe der Betrieb wieder, sagte im Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren der Leiter der ZUE, Andreas Stomps, von der Bezirksregierung Düsseldorf.

Die ehemaligen Bewohner seien nicht mehr nach Orsoy zurückgekehrt. Stomps: „Sie sind in eine Einrichtung in Neuss umgezogen und bleiben dort. Bei uns in Orsoy leben jetzt ehemalige Bewohner der ZUE Niederkrüchten, die aufgelöst wurde. 177 Frauen, Männer und Kinder haben im ehemaligen Orsoyer Krankenhaus eine Unterkunft gefunden, sie stammen aus Syrien, Irak, Iran, Türkei, Libyen, aber auch aus China und anderen Staaten. Die ZUE Orsoy ist für maximal 300 Bewohner ausgelegt. Der Status hat sich Ende 2019 geändert, zuvor lag die zulässige Obergrenze bei 500 Bewohnern.

Stomps erläuterte im Ausschuss, warum es überhaupt zu einem Wechsel des Betreuungsdienstleisters gekommen ist: „Als die ZUE im November 2015 eröffnet wurde, gab es mit der IPG einen Anbieter, der alles in einer Hand hielt. Eine Lösung, die die Bezirksregierung inzwischen nicht mehr gerne sieht.“ Weil so beispielsweise die IPG als Generalunternehmer auch über den Sicherheitsdienst im Haus entscheidet. Aus diesem Grund wurde der Vertrag mit der IPG zum 31. Dezember 2019, ein Jahr früher als ursprünglich geplant, gekündigt und die Sozialbetreuung neu ausgeschrieben. Stomps: „Das ist in der Branche ein ganz normaler Prozess.“ Es habe vier Bewerber gegeben, zwei gaben Angebote ab. European Homecare habe den Zuschlag bekommen und einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Danach kann es wieder einen anderen Anbieter geben.

Stomps zeigte Verständnis für die Einschätzung aus den Reihen der Politik, dass es von Nachteil sei, die Bewohner umziehen zu lassen, wenn sie sich gerade eingewöhnt hätten. Der Leiter: „Aber die Menschen sind nun einmal Bewohner auf Zeit bei uns. Und wenn der Sozialbetreuer wechselt, ist es sinnvoll, das Haus leerzuziehen, weil man dann auch gleich renovieren kann.“ Was die Arbeit Ehrenamtlicher im Haus angehe, so hielte er es für sinnvoller, wenn die Koordination in Händen der Bezirksregierung läge. Dann wäre bei einem Wechsel die Kontinuität gewahrt.

European Homecare (hat, auch das konnte Stomps beantworten, 14 und damit einen nicht unerheblichen Teil der Mitarbeiter aus den Reihen der Malteser übernommen. Dass European Homecare in anderen Einrichtungen in die Kritik geraten war, stritt er nicht ab. Er sagte aber auch: „Das liegt schon einige Jahre zurück. Als die Flüchtlingsbewegung 2015/16 auf dem Höhepunkt war, lief einiges sehr chaotisch. Das hat sich geändert.“ Die Arbeit in der ZUE Orsoy laufe gut.