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Rheinberg: Früchte aus aller Welt auf dem Ossenberger Wochenmarkt

Wochenmarkt Ossenberg : Ein bisschen Schlaraffenland auf dem Wochenmarkt

Der Dortmunder Chakir Boulakhrif bietet auf dem Ossenberger Markt Nüsse und exotische Früchte aus aller Welt an. Seine Waren kamen bei den Kunden bei der Verkaufspremiere am Samstag gut an.

Mund und Nase mit einer Schutzmaske bedeckt, wendet sich Chakir Boulakhrif freundlich an die Kundin vor ihm. „Möchten Sie mal probieren?“, fragt er die Ossenbergerin Dorothee Baumgärtner-Weyhofen, die sich das nicht zweimal sagen lässt und eine getrocknete Kiwi gerne annimmt. „Das sieht toll aus, das ist Wahnsinn. Die Auswahl ist wie im Schlaraffenland“, sagt die Kundin. Der Hüter des Standes ist gebürtiger Marokkaner, seit dem neunten Lebensjahr in Deutschland – und Dortmunder.

„Eine Freundin steht auch hier und hat mich empfohlen“, erzählt Boulakhrif, für den der Besuch beim Ossenberger Wochenmarkt 120 Kilometer Fahrerei bedeutet. Nach der zehnten Klasse hatte der heute 37-Jährige eine Ausbildung zum Verkäufer angefangen. „Das hat mir viel Spaß gemacht, ich bin gerne unter Menschen und verkaufe gerne“, erzählt er. Anschließend absolvierte er noch die Ausbildung zum Kaufmann, arbeitete für eine Lebensmittelmarktkette, ehe er 15 Jahre lang als Imker tätig war.

Auf den Einfall mit dem Verkauf von exotischen Früchten kam er erst, als er einem Händlerkollegen begegnete, der genau das Sortiment hatte, das er heute selbst vorhält: Paranüsse, Mandeln, Cashews, Pinienkerne, Trockenfrüchte wie Feigen, Äpfel, Ananas, Mango. „Eine fast orientalische Auswahl“, meint Boulakhrif.

Der 37-Jährige erfuhr vom Kollegen, wo in Deutschland er solche Waren beziehen kann. Und er verkaufte ihm sogar seinen Anhänger – unter der Maßgabe, ihm nicht geschäftlich in die Quere zu kommen. Boulakhrifs Produkte kommen aus Frankreich, Spanien, Neuseeland, Thailand oder Brasilien. Einzelne Produkte wie Walnüsse seien momentan nicht so leicht zu bekommen, sagt Boulakhrif. Die Kunden mögen seine Waren, weil sie auch „ein bissschen Urlaubsfeeling“ mit sich brächten.

Das Angebot, nach Ossenberg zu kommen, habe er gerne angenommen. Denn er schätzt diesen „kleinen, idyllischen Markt“ und die angenehme Atmosphäre mit den Kollegen. Er habe dem Marktleiter versprochen, „es viermal zu probierem und dann gucken wir mal, wie es aussieht“. Diesmal sei das Marktgeschäft eher mäßig gelaufen – aber für den Stand an sich gebe es viel Lob. Und wenn es nach Irmgard Pattscheck geht, kann der Mann aus Dortmund gerne länger bleiben. „Das ist hervorragend, auch mal solche Früchte einzukaufen“, findet die Kundin aus Ossenberg, die den Markt jede Woche besucht.