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Rheinberg: Friseursalon an der Annastraße komplett verwüstet

Polizei sucht Zeugen : Friseursalon in Rheinberg komplett verwüstet

Der Friseurladen Hair Trend von Martina und Michael Hardt an der Annastraße in Rheinberg ist nach einem Einbruch komplett verwüstet worden. Die Inhaber sind schockiert und haben Angst.

Im Friseurgeschäft Hair Trend an der Annastraße 69 (neben dem Penny-Markt) sieht es aus, als sei dort eine Bombe detoniert. Es steht nichts mehr an seinem Platz: Sieben große Spiegel sind zertrümmert worden, die umgeworfene Theke ist wieder aufgerichtet, Haartrockengeräte sind zerstört, ebenso Möbel, ein Fernseher, Bürogegenstände liegen im 80 Quadratmeter großen Ladenlokal verstreut. Alles kaputt. Zudem sind mehrere Kanister mit Chemikalien zum Haarefärben verschüttet worden. Auf dem Boden, auf dem Sofa, an den Scheiben, überall. Ein Bild der totalen Zerstörung.

Die Polizei hat offenbar nur die Spuren eines einzelnen Täters gefunden. Er ist von der Rückseite über einen Zaun und eine Wiese zu dem flachen, rot verklinkerten Gebäude gelangt. Der Einbruch muss sich in der Zeit von Dienstag, 17.55 Uhr, bis Mittwoch, 8.10 Uhr, ereignet haben. „Bis kurz vor 18 Uhr war unser Geschäft geöffnet“, sagt Michael Hardt. „Und am nächsten Morgen hat eine Mitarbeiterin den Schaden bemerkt, als sie zur Arbeit kam.“ Hardt glaubt, dass der Einbruch nach 22 Uhr passiert sein muss, weil der Penny-Markt bis 22 Uhr geöffnet ist. „Das hätte sonst jemand gehört“, sagt er.

„Das hat doch mit einem normalen Einbruch nichts mehr zu tun“, findet Michael Hardt. Der 52-jährige Kamp-Lintforter führt den Salon und ein weiteres Friseurgeschäft in Rheinberg seit zehn Jahren zusammen mit seiner gleichaltrigen Frau Martina Hardt. Sie ist Friseurmeisterin. Michael Hardt ist fassungslos, beim Rundgang durch das Geschäft schießen ihm plötzlich Tränen in die Augen. „Ich habe hier jede Fliese, alles selbst eingebaut. Drei Monate habe ich damals renoviert. Was ist das für eine kranke Welt?“, fragt er. „Da hat es doch jemand auf uns abgesehen. Wir haben Angst.“

Bevor das Friseurgeschäft einzog, hat die Sparkasse das rund 80 Quadratmeter große Ladenlokal genutzt. Hardt: „Deshalb ist es viel besser gesichert als andere.“ Das hinten liegende Fenster etwa durch ein etwa 2,50 mal drei Meter großes, schweres Metallgitter. Das wurde komplett aus der Verankerung gerissen. Zwischen Salon und Hinterräumen liegt eine Sicherheitstür, die abgeschlossen war. Weil der Täter sie nicht öffnen konnte, trat er eine Wand unter der Scheibe des früheren Geldschalters ein. Der Fußabdruck ist noch zu sehen. Dann wütete der Einbrecher mit kaum zu überbietender Brutalität.

Michael Hardt erzählt, dass der Salon kameraüberwacht war. Die Kameras wurden von der Decke gerissen, der Strom abgeschaltet. Hardt: „Sämtliche Sicherungen wurden abgeschaltet, weshalb auch das Außenlicht ausging.“ Wer sieht, wie versteckt und schwer auffindbar der Sicherungskasten liegt, wundert sich, dass der Täter ihn überhaupt gefunden hat. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass sich der Täter auskannte, deutet Hardt an.

Offene oder auch versteckte Drohungen gegen ihn oder seine Frau oder gar Schutzgelderpressungen habe es nicht gegeben, versichert der Geschäftsmann. „Ja, wir haben Angst“, wiederholt er und fügt fast trotzig hinzu: „Aber wir werden dieses Geschäft wieder aufbauen. Wir lassen uns hier nicht vertreiben.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Schäden hinterließen die Einbrecher