Rheinberg: Französische Gelassenheit beim Neujahrskonzert der Musikalischen Gesellschaft

Musikalische Gesellschaft Rheinberg : Ein Hauch französischer Gelassenheit in der Stadthalle

Beim Neujahrskonzert der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg überzeugte die französische Kammerphilharmonie mit leichten Melodien von Offenbach bis Ponchielli.

Charme, schwungvolle Melodien, tolle Stimmen und ein unterhaltsames Programm prägten den Auftakt des Rheinberger Klassikjahres 2020 mit der französischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Philip van Buren. Der Dirigent übernahm auch die Moderation des Konzertabends in der Stadthalle, zu dem die Musikalische Gesellschaft geladen hatte.

Garniert wurde die Darbietung des Orchesters von der schweizerisch-amerikanischen Sopranistin Penelope Mason, die mit feiner Stimme agierte, und dem aus Nürnberg stammenden Bariton Thomas Peter, der kurzfristig für den erkrankten Kollegen Thomas Scharfenberger eingesprungen war – ein Glücksfall.

„Wenn Gott sich langweilt, öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris“, lautete van Burens charmante Einführung in das Programm, das das Orchester mit der schwungvollen Ouvertüre aus „La vie parisienne“ von Jachques Offenbach begann. Im Anschluss durften sich die beiden Solisten erstmals beweisen – Mason als Gabrielle, die Witwe eines nicht existierenden Obersts mit „Je suis veuve d´un colonel“ und Peter als Baron Gondremarc mit „Je vais mén fourrer jusque lá“. Gemeinsam bekannten sie bei Offenbachs „Lieschen et Fritchen“, dass „das Leben doch eine Freude“ ist. Mason überzeugte zudem bei dem „Zigeunerlied“ aus der berühmten „Carmen“-Oper von Georges Bizet.

Das Orchester bot bei der „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ ein wunderschönes Stück Musik mit zartem Flötenspiel und schmiegenden Streichern und sorgte mit der „Tritsch-Trasch Polka“ für den perfekten Abschluss des ersten Konzertteils.

Genauso schwungvoll gestaltete sich der zweite Teil – von Offenbachs Ouvertüre aus der Oper „Les Brigands“ über Lous Varneys „Les Mousquetaires au Couvent“ mit Thomas Peter als Musketier und der mit weißem Kleid für ein Aha-Erlebnis sorgenden Mason. Schauspielerisches und komödiantisches Talent zeigten die Solisten auch bei dem „Uhrenduett“ aus der „Fledermauss“ von Johann Strauß junior und dem „Katzenduett“ aus Gioachhino Rossinis „Guillaume Tell“. Dafür gab es stehende Ovationen.