Rheinberg: Faszinierender Kulturabend an der Europaschule

Projekt-Präsentation in Rheinberg : Faszinierender Kulturabend an der Europaschule

Die Schulveranstaltung bot Filmclips, Schattentheater, Schauspielszenen und Musik – Ergebnisse verschiedener Projektarbeiten.

Das Publikum wird ruhig, die Scheinwerfer gehen an, auf der Bühne sieht man schwarze Gestalten, die ein Mädchen bedrängen. Nach einigen atmosphärisch-düsteren Augenblicken, die die Bedrohung immer deutlicher machen, löst sich die Szene auf, die Hauptdarstellerin schubst mit Hilfe einer weiteren Protagonistin „die Bösen“ weg. Das Licht wird hell und beide rufen laut „Nein!“

Die gespielte Szene war nicht in einem der großen Schauspielhäuser zu sehen, sondern in der Mensa der Europaschule Rheinberg. Für zweieinhalb Stunden bot sie einem begeisterten Publikum ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, das es mit einer großen Bühne gut aufnehmen konnte. Barbara Koczy, die Hauptverantwortliche Organisatorin der Abendveranstaltung, hatte gemeinsam mit ihren Kolleginnen Lisa Mette und Mareile Manten zur Präsentation der Projektergebnisse eingeladen. Das Fach Darstellen und Gestalten zeigte selbst gemachte Filmclips, modernes Schattentheater und Schauspielszenen, zweierlei Schülerbands spielten Coverversionen aus den Charts, sowie selbst komponierte Stücke und die Tanz-AG führte verschiedene selbst choreografierte Gruppen- sowie Einzeltänze auf. Außerdem gab es den ersten „Teaser“ von Erasmus + zu sehen, einem internationalen Theaterprojekt, das Jugendliche aus Portugal, Spanien und Deutschland an der Europaschule zusammenbringt, um zum Thema „Dream a little Dream“ zu arbeiten.

Was man als Zuschauer in der voll besetzten Mensa nur ahnen kann, ist, wieviel Aufwand vor und hinter den Kulissen betrieben wurde, um ein so gut organisiertes, niveauvolles Programm auf die Beine zu stellen. Immerhin waren über 70 Kinder aus den Jahrgängen 5 bis11 als Akteure beteiligt. Ein halbes Jahr lang haben die Lehrerinnen ihren Schülern zugehört, mit ihnen Ideen entwickelt und sie in ihrem kreativen Prozess begleitet, ohne ihnen etwas Fertiges zum Nachahmen vorzusetzen. Egal ob es sich um Lieder, Tänze, Filme oder Theaterszenen handelte, alles entsprang den Ideen und der Fantasie der Jugendlichen.

Theater, Tanz und Musik, das sind Komponenten, die universell verständlich sind. Auch das konnte man in den Gesichtern der Gäste lesen, als Nermin Hodzic sehr schwungvoll ein bosnisches Lied über Liebe und seine Heimat zum Besten gab. Er wurde mit Standing Ovations belohnt. Nermin ist vor zweieinhalb Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Jetzt ist er 17 Jahre alt und wird nächstes Jahr an der Europaschule seinen Abschluss machen.

(RP)