Rheinberg: Europaschule strebt Partnerschaft mit Schula aus Argentinien an

Schulpartnerschaft in Rheinberg : Europaschule sehnt sich nach Argentinien

Die Rheinberger Schule strebt eine Partnerschaft mit dem südamerikanischen Colegio Alemán Temperley an. Lehrer Karsten Schmidt macht sich dafür stark.

Niederlande, Spanien, Portugal, Deutschland – die Europaschule Rheinberg ist in Sachen Partnerschulen gut vernetzt. Jüngst fand auf Initiative der Rotarier erstmals ein Austausch mit einer Schule in Moldawien statt. Eine E-Mail-Anfrage hat dafür gesorgt, dass nun erstmals über einen Austausch mit einer Schule in Südamerika – der Colegio Alemán Temperley aus Buenos Aires – nachgedacht wird.

Als Freund der Tangomusik jubilierte Karsten Schmidt, der Lehrer in ihm aber zuckte zusammen: „Argentinien ist verdammt weit weg“, erinnert sich der stellvertretende Leiter der Europaschule an seine ersten Gedanken, als er die E-Mail des Colegio Alemán Temperley aus Buenos Aires las. Die Deutsche Schule aus der argentinischen Hauptstadt hatte angefragt, ob die Europaschule Interesse an einem Austausch habe. Da es zunächst galt, in die Rolle des Gastgebers zu schlüpfen, hat die Europaschule das Experiment gewagt: Im Januar war eine Delegation von 20 Schülern und Lehrern aus Buenos Aires in Rheinberg.

Eine Blüte aus Stahl ist eines der Wahrzeichen von Buenos Aires. Foto: Europaschule

In den Herbstferien ist Karsten Schmidt gemeinsam mit Ehefrau Cami Sarra nach Argentinien geflogen, um die Perspektiven eines Gegenbesuchs auszuloten. Seine Eindrücke von der südamerikanischen Millionenmetropole und Ausflügen in die Region hat er auf weit über 1000 Fotos festgehalten, die Erlebnisse sprudeln nur so aus ihm heraus. Der Konrektor ist überzeugt, dass die Europaschüler in vielerlei Hinsicht vom Austausch mit dem Colegio Alemán Temperley profitieren würden: Ausbau der Spanisch-Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung jenseits der europäischen Metropolen und Erweiterung des kulturellen Horizontes, nennt er als Bespiele.

Europaschullehrer Karsten Schmidt mit Beatriz Günther, der stellvertretenden Leiterin des Colegio Alemán Temperley. Foto: Europaschule

Nun liegt Buenos Aires nicht um die Ecke, und ein Flug über den Atlantik ist nicht „für’n Appel und’n Ei zu haben“, wie es Schmidt ausdrückt. Er kann die Sorgen von Eltern angesichts der Kosten für eine Austauschreise verstehen. Doch neben dem finanziellen Aspekt müssten eben auch Chancen in die Waagschale geworfen werden, so Schmidt. Und die wiegen für den Pädagogen eindeutig schwerer. Dennoch weiß er: Die Partnerschaft mit der Deutschen Schule in Buenos Aires werde nur zum Erfolg, wenn alle – Lehrer, Eltern und Schüler – das Projekt unterstützen. Aus der Schülerschaft komme ein klares Signal: Man wolle zum Gelingen der Partnerschaft beitragen – auch finanziell. Schmidt hat keinen Zweifel daran, dass die Jugendlichen es ernst meinen. Eine Schülerin ist bereits in den Osterferien nach Argentinien geflogen, eine weitere Schülerin möchte ihre Weihnachtsferien dort verbringen.

Der Pädagoge ist überzeugt, dass sich ein lebendiger Austausch entwickeln kann. Denn nicht nur die südamerikanische Hauptstadt habe viel zu bieten. Der Niederrhein müsse sich nicht verstecken. „Unser Programm mit Ausflügen nach Köln, Düsseldorf und Xanten kam bei den argentinischen Gästen gut an“, so Schmidt. Es brauche keine großartige Stadt, es brauche engagierte Leute, um einen Austausch mit Leben zu füllen. Auch wenn dies einen hohen Einsatz an Arbeit und Zeit bedeute. Dass man das stemmen kann, hat das Team der Spanisch-Lehrer Verena Wurzler, Nina Berrier und Christina Bewer um Karsten Schmidt bereits im Januar bewiesen.

Wenn es gelingt, alle Zweifler mit ins Boot zu holen und Vorbehalte zu zerstreuen, könne ein erster Besuch von Europaschülern in Buenos Aires bereits Ostern 2021 erfolgen, so der Konrektor der Europaschule.