Rheinberg: Europaschüler befragen Politiker zu Europa

Europawoche : Politiker stellen sich Fragen der Europaschüler

Die Podiumsdiskussion in Vorbereitung auf die Europawahl widmete sich Themen wie Brexit, Flüchtlingen und Umweltschutz.

Gut 50 Schüler und Erwachsene verfolgten die Diskussion zur Europawahl in der Europaschule. Klassenübergreifend hatten Sozialwissenschafts-Schüler die ein­einhalbstündige Podiumsdiskussion im Zuge der Europawoche an der Schule organisiert. Fünf Politiker – Sascha Wagner (Linke) , Felix Lütke (Grüne), Marion Nasskau (SPD), Ulrich Franken (CDU) und Michael Terwiesche (FDP) – stellten sich Fragen zu Brexit, Flüchtlingen, zum Schutz der Umwelt und zum Datenschutz.

Die AfD hatten die Schüler ausdrücklich nicht mit eingeladen. Schüler Etienne de Cleur begründete das auch: „Weil sie bei der Europawahl mit einer Politik wirbt, nicht der EU beizuwohnen – und wir als Schule stehen für die Einigkeit der EU.“

In Sachen Brexit war bei allen die Sorge um den Bestand Europas herauszuhören. Beim Thema Flüchtlinge plädierte Marion Nasskau dafür, die Verteilung europaweit zu regeln, dazu in der EU das Einstimmigkeitsprinzip aufzuheben und das Verhältnis zu Afrika zu verändern. Die „sozialen Bedingungen sollten so geschaffen werden, dass sie zu Hause bleiben können“, argumentierte Sascha Wagner. Legale Fluchtwege schaffen, das Dublin-System beenden und auch Fluchtursachen wie den Klimawandel anerkennen, dafür plädierte Frank Lütke. Und für ein europäisches Einwanderungsrecht warb Ulrich Franken, der die Entscheidung Merkels 2015 entschieden verteidigte.

Beim Umweltschutz gestand Uli Franken, „kein Patentrezept“ zu haben. Er sprach sich für eine klimaschonende Entwicklung aus, die Wirtschaft, Ökologie und soziale Aspekte („Das Brot muss bezahlbar bleiben“) vereint. Nasskau plädierte für eine europaweite C02-Steuer, Lütke für einen schnelleren Kohleausstieg, eine Verkehrswende und radikales Umsteuern. Mehr Wind-und Solarenergie und besserer öffentlicher Personennahverkehr, das fiel Sascha Wagner dazu ein. Terwiesche riet dazu, statt auf „Verbote“ wie beim Fliegen auf Innovationen wie „kerosinfreien Treibstoff“ zu setzen. Alle begrüßten das Engagement der „Fridays for future“-Schülerbewegung und sahen keinen Sinn in einer Bestrafung dafür. Auch über die Datenschutz-Frage debattierte die Runde.

Einen flammenden Appell gab es zum Ende von Heinz-Jürgen Lenz, der an das Ende des zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 erinnerte. „Gehen Sie alle zur Wahl und wählen Sie Parteien, die sich für ein gemeinsames Europa einsetzen“, mahnte der 83-jährige FDP-Mann.

Mehr von RP ONLINE