Rheinberg: Erster interkultureller Tag in der Stadthalle war erfolgreich

Rheinberg : Die vielen Möglichkeiten der Integration

Der erste interkulturelle Aktionstag in der Stadthalle war vielseitig und sehr gut besucht. Judy Bailey gab ein Konzert.

Das Bild hatte Symbolkraft. Kinan Alhag Ali spielte vor der Stadthalle mit seinen eigenen und anderen Kindern. Der junge Vater half den Kleinen, einen Basketball in ein Netz zu werfen. Der 31-Jährige kam vor vier Jahren mit Frau und zwei Kindern aus Syrien nach Deutschland und lebt seither in Rheinberg. Eine Flüchtlingsfamilie. Seine Frau habe bei den Angeboten der Tu-Was-Genossenschaft mitgemacht, dadurch habe er Kontakte geknüpft, so er Vater. So kam Kinan Alhag Ali auch zum ersten interkulturellen Tag in Rheinberg. „Das ist ein schöner Tag, nicht nur für die Kinder“, sagt er. „Schön, dass alles mitten in der Stadt stattfindet.“

Und zwar in der Stadthalle. „Das Thema Integration von Flüchtlingen gehört unserer Ansicht nach mitten in die Stadt und nicht an den Rand“, sagt auch Sozialarbeiterin Sarah Bernstein, Integrationsfachkraft bei der Stadt Rheinberg. Vor einem Jahr, so erzählt sie, habe der Rat das Integrationskonzept verabschiedet. Entwickelt worden sei es im Arbeitskreis Asyl, dem neben vielen Ehrenamtlichen die Stadt, die katholische und die evangelische Kirche, die türkisch-islamische Gemeinde, der Awo-Kreisverband, die Tu-Was-Genossenschaft, die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Orsoy und die Volkshochschule angehören. Rund 25 Personen insgesamt. Und nun, zum Ende der bundesweiten interkulturellen Woche, habe man einfach mal einen Tag lang zeigen wollen, was Rheinberg in Sachen Integration zu bieten habe. Und das ist eine ganze Menge, wie ein Rundgang durch die Halle deutlich machte. Koordinatorin Tanja Braun etwa und ihr Team von der Tafel Rheinberg hielten neben vielen Informationen auch ein Glücksrad vor, an dem es viele Preise zu gewinnen gab. 60 Ehrenamtliche im Alter von 14 bis 80 Jahren unterstützen die Tafel-Arbeit und kamen am bundesweiten Tafel-Tag mit den Menschen ins Gespräch. Ganz unterschiedlich waren die Angebote bei dieser interkulturellen Messe. Frauen aus der ZUE präsentierten Gestecke. Die Damen vom Bridge-Club Niederrhein hielten die Karten in der Hand und ließen sich beim Spiel durch nichts beirren. Lore Rabe, Edith Justen-Bechstein und Marlies Zilske von der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg luden die Besucher zu einem Preisrätsel ein. Wer vier Fragen zum Programm des Klassik-Vereins richtig beantworten konnte, konnte Eintrittskarten für ein Konzert gewinnen. Das Interesse war groß. Auch der Förderverein des TuS 08 Rheinberg war mit einem Stand vertreten. Für Johann Dieter Wiekhorst und Jussef Jussef steht fest: Sport hat mit Gesundheit und beides mit Integration zu tun. „Wir sind zusammen mit dem Kreissportbund Wesel Stützpunkt für Integationsarbeit“, sagt Wiekhorst.

Krönender Abschluss dieses gelungenen interkulturellen Tages war ein Konzert der bekannten Alpener Sängerin Judy Bailey. Mit ihren spirituellen und lebensfrohen Songs packte sie das Publikum und sorgte für Gänsehaut-Momente.