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Rheinberg: Ersatz für die Kita-Notbetreuung

Weil die Kita Wolkenblick in Ossenberg geschlossen ist : Mütter organisieren Notbetreuung selbst

Weil die Kindertagesstätte Wolkenblick des DRK-Kreisverbands Niederrhein in Ossenberg wieder geschlossen ist, haben sich Eltern in Eigeninitiative im Vereinsheim des SV Millingen um einige der Kinder gekümmert.

Aus dem Clubheim des SV Millingen am Sportplatz an der Jahnstraße ertönen Kinderstimmen. Ein gutes Dutzend Knirpse singt, spielt, lacht, tobt. Mittendrin sitzen Britta Nossack und Alessandra Cusati. Die beiden jungen Mütter kümmern sich um die Jungen und Mädchen, auch ihre eigenen sind mit dabei. Es wird mit der Eisenbahn gespielt, auf dem Boden liegen Memory-Karten. Auch Angelika Glanz, beim SV Millingen Abteilungsleiterin bei den Fußball-Junioren, ist mit dabei. „Hier war die ganze Woche Rambazamba“, sagt sie. „Von Dienstag bis Freitag jeden Vormittag von 8 bis 13 Uhr zehn bis zwölf Kinder, die hier betreut werden.“

Kinder, die eigentlich in die Ossenberger Wolkenblick-Kita des DRK-Kreisverbands Niederrhein gehören. Aber die war die ganze Woche geschlossen. Schon wieder, muss man sagen. „Am Freitag vergangener Woche wurden wir Eltern informiert, dass die Notbetreuungsgruppe nur noch Montag stattfinden kann und die Kita dann erst einmal wieder geschlossen werden muss“, erzählt Britta Nosseck. Eine Woche lief die Kita auf Notbetrieb für maximal 25 Kinder, davor war sie zwei Wochen ganz dicht. Der Grund: unerwartete Kündigungen, Schwangerschaft, Krankheitsfälle.

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Der Markt für Erzieherinnen ist leer gefegt. Dennoch konnte der DRK-Kreisverband in Windeseile eine Kinderpflegerin auftreiben, einstellen und schnell einsetzen, aber: Sie war schon nach einer Woche Corona positiv getestet. Und alles ging wieder von vorne los.

Eine der betroffenen Mütter, die ein Kind im Wolkenblick hat, ist Nicole Puppe. Sie ist ehrenamtlich beim SV Millingen als Vereinsjugendwartin aktiv und bot schnell an, wenigstens einen Teil der Kinder am Sportplatz zu betreuen. „Wir sind natürlich keine Kita“, erläutert Angelika Glanz. „Aber wir bieten im Sommer hin und wieder Spiel- und Spaß-Angebote auch für Kinder an, die nicht Mitglieder des SV Millingen sind. Sie sind trotzdem versichert, wenn sie auf unserem Gelände sind. Darüber haben wir das jetzt auch abgedeckt. Es ist also alles geregelt.“

Die Wolkenblick-Mütter sind gut vernetzt, haben sich Spielsachen aus der Ossenberger Einrichtung ausgeborgt und schnell einen Einsatzplan abgestimmt, damit auch immer genügend Betreuerinnen da sind. So kümmerten sich nicht nur Britta Nosseck, Alessandra Cusati, Nicole Puppe und Angelika Glanz um die Kleinen, sondern auch Michelle Schöps und Kerstin Babiel. „Das hat gut geklappt“, berichtet Alessandra Cusati.

Auch die Kinder fühlen sich wohl. „Ist schön hier“, sagt die fünfjährige Ida knapp. Die anderen Kinder kennt sie bereits aus dem Wolkenblick. Und Giulio und Giuseppe kannten auch schon den Sportplatz und das Vereinshaus – sie spielen nämlich Fußball bei den Bambinis des SVM. Den Müttern hat die unbürokratische Betreuungshilfe auch großen Spaß gemacht. Wenn sie auch zugeben, noch mehr Respekt vor der Arbeit der Erzieherinnen bekommen zu haben. „Ich war nachher echt kaputt“, gesteht Britta Nosseck. Mit den kleinen Energiebündeln Fußball oder „Schiffer, Schiffer, welche Fahne weht heute?“ an der frischen Luft spielen – das kostet Kraft.

In erster Linie aber sei es ihnen wichtig gewesen, dass zumindest einige der Jungen und Mädchen in der Woche versorgt waren. „Alle Mütter aus der Wolkenblick-Kita in Ossenberg sind berufstätig, aber nicht jede kann sich so wie wir ein paar Tage freischaufeln“, sagt Alessandra Cusati.

(up)