Rheinberg: Erfolgsmodell Bürgerbus

Rheinberg: Bürgerbus rollt weiter auf Erfolgskurs

Die Zahl der Fahrgäste steigt weiter. Nächstes Jahr kommt ein neues Fahrzeug. Alpsray bleibt abgehängt.

Wann immer auch Karl-Heinz Lochen, der Vorsitzende des Rheinberger Bürgerbusvereins, in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kommt – stets präsentiert er Zahlen, die die des Vorjahres noch übertrumpfen. Auch jetzt wieder.

Der Bürgerbus, von 25 ehrenamtlichen Frauen und Männern fünfmal pro Woche, zwölf Stunden pro Tag durchs Stadtgebiet gesteuert, ist ein Erfolgsmodell. Ähnlich wie in den Vorjahren konnte auch in diesem Jahr bislang die Zahl der im gleichen Zeitraum des Vorjahres beförderten Fahrgäste übertroffen werden. Bis Ende Oktober sind bereits knapp 11\.000 Fahrgäste in den weißen Mercedes Sprinter eingestiegen. Diese Zahl liegt nicht nur um fast 1000 Fahrgäste über der vergleichbaren Zahl des Vorjahres (9930), sondern erreicht schon jetzt annähernd die Gesamtfahrgastzahl des Jahres 2017 (11\.913).

„Wir kommen jetzt auf insgesamt rund 47\.000 Fahrgäste seit dem Start 2014“, berichtete Lochen. „Das ist extrem viel für ein Fahrzeug mit acht Sitzen.“ Ein Fahrzeug, das seine Schuldigkeit bald getan hat. Denn nach gut und gerne 300\.000 gefahrenen Kilometern geht der Bus bald zurück an die Niag-Verkehrsbetriebe, in deren Auftrag der Bürgerbusverein arbeitet. „Wir hoffen, dass Anfang Juni der neue Bus kommt“, sagte der Vorsitzende. Der habe eine modernere Maschine und weitaus mehr Elektronik unter der Haube und im Fahrerraum, so dass sich ein Problem auftut, wie der Referent konkretisierte: „Wir brauchen dringend einen Hallenplatz oder eine Garage, damit der Bus gut und sicher steht. Aber dafür finden wir eine Lösung. Ein erster Kostenvoranschlag für eine Großgarage ist auf dem Weg zu mir.“

  • Erkrath : 200.000 Fahrgäste nutzen den Erkrather Bürgerbus

Beim Unternehmen VDL in den Niederlanden wird der neue Sprinter in einen echten Bürgerbus umgebaut. Lochen: „Ganz neu ist, wie wir künftig Rollstuhlfahrer befördern. Bisher saßen sie gleich hinter dem Fahrer, entgegen der Fahrtrichtung. Aber das ist nicht mehr erlaubt.“ Künftig stehen Rollis in Fahrtrichtung und werden vorne und hinten mit Gurten gesichert.

Karl-Heinz Lochen bekam viel Zuspruch für einen Vortrag. Nachfragen kamen insbesondere zu Alpsray. Ob denn der Bürgerbus nicht auch den westlichen Stadtteil anfahren könne. „Von uns aus ist die Bereitschaft da“, so der Vorsitzende. „Aber das wird leider nichts. Das kriegen wir nicht durch.“

Auch am Wochenende wird der Bus vorerst nicht rollen. „Denn“, so der Bürgerbus-Chef, „wenn es ein Nahverkehrsangebot am Wochenende gibt, dann muss es immer und zuverlässig vorgehalten werden. Aber das können wir mit momentan 25 Fahrern nicht leisten.“

Mehr von RP ONLINE