Rheinberg: Elterntaxis sorgen für Chaos an St.-Peter-Schule

Rheinberg: Elterntaxis - Chaos an der Schule St. Peter

Rektorin Gabi Krekeler sendet Notruf: Jeder fünfte Schüler wird mit dem Auto zur Schule gebracht. Auf der engen Stichstraße vorm Schulhof kommt’s oft zu hanebüchenen Szenen. Verkehrsregeln werden ignoriert, Lehrer beschimpft.

Gabi Krekeler ist mit ihrem Latein am Ende. Die Leiterin der Grundschule St. Peter hat bereits alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausgeschöpft, die Verkehrssituation vor ihrer Schule zu entschärfen: Anschreiben, Informationen bei der Einschulung, persönliche Ansprache der Eltern und Aktionen mit Polizei und Ordnungsamt. Nichts hat gefruchtet. Nach wie vor dem Unterricht verursachen allmorgendlich unzählige Elterntaxis an der Fossastraße ein absolutes Chaos. An der St.-Peter-Schule ist es dabei bislang bei Wutausbrüchen und Blechschäden geblieben. Gannz anders als vor einer Schule in Mönchengladbach. Dort ist wenigen Tagen eine Achtjährige nach einem Unfall verstorben ist. „Wir hatten Glück“, so Gabi Krekeler.

Die Rektorin schätzt, dass rund jeder fünfte Schüler mit dem Auto zur Schule chauffiert wird, obwohl die meisten Kinder in fußläufiger Entfernung wohnen. Die Situation in der rund 100 Meter langen, öffentlichen Stichstraße zur Schule ist vertrackt, aber verkehrsrechtlich eindeutig: Auf der linken Seite sind für die Zeit zwischen 7.30 und 14.30 Uhr Lehrerparkplätze ausgewiesen. Auf der rechten Seite ist ein Bürgersteig, der auf den Schulhof führt.

Hier herrscht werktags von 7 bis 14 Uhr absolutes Halteverbot. Die zwei kleinen, ebenfalls auf der rechten Straßenseite befindlichen Stellplätze sind für Anwohner. Eine entsprechende Beschilderung weist deutlich darauf hin. Der Platz vorm Schulhof ist als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet. Auch hier darf man also weder parken noch halten.

Das Problem: Niemand hält sich dran. Mit „Argument“ ,Ich bin doch gleich wieder weg’ setzen jeden Morgen viele Eltern über geltende Verkehrsregeln hinweg. Es wird rangiert, gewendet und rückwärts gesetzt, während weitere Autos in die kleine Straße einbiegen. Dazwischen: aussteigende Knirpse, die im Durcheinander der Karossen den Überblick behalten müssen, um sicher den Schulhof zu erreichen.

Das Ärgerliche für Gabi Krekeler und ihr Kollegium: Sprechen sie Eltern vor Schulbeginn gezielt an, zeigen nur wenige Verständnis und Einsicht. Stattdessen wird gemault und auf das eigene Recht beharrt. „Wir müssen uns bisweilen regelrecht anpampen lassen“, sagt die Schulleiterin völlig entnervt.

Dabei liegt die Lösung des Problems so nahe. Rektorin Gabi Krekeler appelliert an die Eltern, wenn sie denn ihre Kinder schon mit dem Auto zur Schule bringen, ihren Nachwuchs einige Hundert Meter vor der Schule aussteigen lassen. Dann wäre das Verkehrschaos an der Fossastraße entzerrt. Zugleich lernten Kinder auf dem kurzen Fußweg Selbstständigkeit und übten Verkehrssicherheit.

In der zweiten Januar-Woche findet gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt eine Schulwegbegehung statt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die St.-Peter-Grundschule künftig Räume der Gemeinschaftsgrundschule beziehen wird. Krekeler hofft, dass sich auf Verwaltungsebene doch noch eine Lösung finden lässt.

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