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Rheinberg: Einzelhändler rät, Verkehrskonzept erst nach Corona anzupacken

Innenstadtentwicklung in Rheinberg : Händler wollen Verkehrskonzept erst nach Corona anpacken

Der Rheinberger Peter Meulmann, Inhaber der Fotoschmiede am Holzmarkt, hält den Vorschlag der Grünen, jetzt mit der Planung für das Innenstadt- Verkehrskonzept zu beginnen, für nicht gut. Das Vorhaben sollte auf die Zeit nach Corona verschoben werden.

Die Grünen rücken das Verkehrskonzept für die Innenstadt (Stichwort: probeweise Sperrung der Durchfahrt Holz- und Fischmarkt) wieder in den Blick der Öffentlichkeit und haben dazu einen Antrag gestellt (wir berichteten). Die Verwaltung soll eine Bürgerbefragung dazu vorbereiten. Der Rat hatte vor etwa einem Jahr beschlossen, die Diskussion so lange zurückzustellen, bis die Innenstadtsanierung abgeschlossen ist.

Die RP hat sich dazu mit Peter Meulmann unterhalten. Er ist Inhaber der Fotoschmiede am Holzmarkt und hatte den Bericht zu dem Vorstoß der Grünen bei Facebook so kommentiert: „Sollen wir jetzt nicht erst einmal abwarten, ob und wie die Rheinberger Geschäfte die nächsten Monate der Pandemie überstehen, bevor schon wieder über die Sperrung von Holz- und Fischmarkt nachgedacht wird?“

 Fotografenmeister Peter Meulmann kommt der Vorstoß der Grünen zu früh.
Fotografenmeister Peter Meulmann kommt der Vorstoß der Grünen zu früh. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Die Zeiten seien für Dienstleister, Handwerksbetriebe, Markthändler Einzelhändler und Gastronomen in der Innenstadt derzeit nicht gerade einfach. „Auch, weil wir Jahre des Innenstadtumbaus hinter uns haben. Lärm, Dreck, Unannehmlichkeiten und weniger Kunden und Umsatz bestimmten lange Zeit unseren Alltag“, so der Fotografenmeister. Die Anlieger von Holz- und Fischmarkt hätten obendrein bis Mitte März 2020 die Anliegerkosten bezahlen müssen – Geld, das heute zusätzlich in den Kassen fehle.

Meulmann: „Meiner Meinung nach ist derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für Sperrungs-Experimente. Wir brauchen jetzt Zeit zum Luftholen. Die staatlichen Hilfen helfen hier auch nur bedingt weiter.“

Über die jetzt begonnene Diskussion sei er vor diesem Hintergrund verwundert. Dabei schätze er das offene Ohr der Grünen-Ratsfraktion. Vieles werde derzeit online bestellt. Kaufgewohnheiten änderten sich, in der Stadt sei derzeit fast nichts los. Meulmann: „Die meisten Geschäfte und die Gastronomie haben geschlossen. Die, die noch arbeiten dürfen oder Take-away anbieten, arbeiten bei Weitem nicht kostendeckend. Trotzdem sind wir für unsere Kunden da und tragen die Corona-Schutzmaßnahmen mit. Warum wird nicht auf eine mögliche Präsenzveranstaltung im Herbst oder Winter gewartet, an der interessierte Bürger barrierefrei teilnehmen können?“ Kunden müssten sich eingeladen fühlen. Sie müssten gut parken können, gerade die älteren. Der Geschäftsmann: „Das Angebot muss stimmen. Alltagsmenschen und Krippenweg waren wunderbare, positive Projekte. Danke dafür und bitte mehr davon.“