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Rheinberg: Einstimmung auf das neue Programm von Abdelkarim

Vorpremiere im To Hoop in Alpsray : Einstimmung auf das neue Programm von Abdelkarim

Der in Duisburg lebende Comedian und Kabarettist Abdelkarim spielte sein neues Programm „Wir beruhigen uns“ schon vor der Premiere am 30. Oktober in Hannover im To Hoop in Alpsray.

Wer die deutsche Nationalhymne als Klingelton auf seinem Handy hat, der fällt auf. Im Zug, auf der Straße, wo auch immer. Und heißt möglicherweise Abdelkarim. Die ungläubigen Blicke und erstaunten Reaktionen von Menschen, wenn das Handy des Comedians klingelt, war nur eine von vielen Geschichten, die der gebürtiger Bielefelder und Wahl-Duisburger mit marokkanischen Wurzeln am Freitag im To Hoop im Bürgerzentrum Alspray erzählte. Pächter Sami Durak hatte den Comedian eingeladen, vor der richtigen Premiere in Hannover sein neues Programm „Wir beruhigen uns“ vorzustellen. Ein Programm, in dem es über das Leben aus seiner Sicht geht. „Man spricht über alles, wie mit Freunden in der Kneipe oder im Wohnzimmer“, so Abdelkarim in einer NDR-Talkshow am 2. Oktober: Moderne Medien, Migranten, Rassismus, Rechtsradikalismus, Handysucht, überforderte Eltern, Erlebnisse beim Zugfahren (eine seiner Lieblingsbeschäftigungen) und natürlich Corona inklusive der Verschwörungstheorien: Mit denen kenne er sich als Bielefelder natürlich aus. „Die da oben wollen nicht, dass Schalke Meister wird“, sei beispielsweise eine dieser Theorien. Oder: Die Pandemie ist ein Ablenkungsmanöver. „Verschleierungspflicht, Alkoholverbot, Weihnachtsmärkte abgesagt: Das ist Islamisierung, verdammte Scheiße“, sei sich ein Mann sicher gewesen, der den Comedian auf der Straße in Duisburg erkannt und angesprochen hatte. Er habe dem Mann einfach recht gegeben – was diesen offensichtlich völlig aus der Bahn geworfen habe. „Wie? Corona gibt es gar nicht?“

Die Pandemie habe sein Leben nicht wirklich verändert: „Die Leute nehmen immer noch Abstand am Hauptbahnhof, aber aus anderen Gründen“, erzählte der 39-Jährige den Frauen und Männern zwischen 18 und geschätzten 65 Jahren, die die Vorpremiere verfolgten. „Coronabedingt reduziert ausverkauft“ war der Saal neben dem Gastraum nach Aussage von Durak, der sich streng an alle Auflagen gehalten und die Kabarett-Freunde persönlich zu einem der in gebührendem Abstand platzierten Tische begleitete.

Ob Abdelkarim recht behalten wird mit der Sorge, dass vielleicht nach der (übrigens gelungenen) Vorpremiere erst einmal wieder Schluss sein wird mit Kabarettabenden vor Publikum? Niemand weiß es. Genauso wenig, wie man weiß, wie die Wahlen in den USA ausgehen. „Corona und Trump sind zwei Sachen, die die Leute überhaupt nicht mehr hören wollen“, so der Comedian: „Ich hoffe, er wird gesund und verliert dann anständig“.

Am 30. Oktober feiert Abdelkarim mit seinem neuen Programm „Wir beruhigen uns“ Premiere im Kulturzentrum Pavillon in Hannover – so ist es jedenfalls geplant.