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Rheinberg: Eine Zeiterfassungsmaschine für den Pumptrack

Prototyp an Rheinberger Jugendzentrum übergeben : Pumptrack-Racer fahren jetzt auf Zeit

Die Ausbildungsabteilung von Norgren in Alpen hat eine digitale Stoppuhr entwickelt und dem Rheinberger  Jugendzentrum Zuff übergeben. Damit können BMX- und Mountainbikefahrer ihre Rundenzeiten exakt messen. 

Wie lange brauchen BMX- oder Mountainbike-Racer eigentlich für eine kleine Runde auf dem Rheinberger Pumptrack an der Tennishalle? Das ist bei jedem Fahrer unterschiedlich und hängt von Alter, Fitness und Erfahrung ab. Nils kann die Frage nach fünf Runden exakt beantworten: Der 13-Jährige brauchte für die schnellste Runde 6,68 und für die langsamste 7,48 Sekunden.

Dass die Daten jetzt bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma zur Verfügung stehen, ist einer neuen digitalen Stoppuhr zu verdanken. Die ist ein absolutes Unikat, das Auszubildende des Alpener Unternehmens Norgren mit ihren Ausbildern entwickelt und gebaut haben. Mitarbeiter von Norgren, einem weltweit tätigen Unternehmen für Antriebs- und Fluidtechniken wie Pneumatik und Hydraulik, haben das kleine Kästchen samt Zubehör jetzt dem Leiter des Rheinberger Jugendzentrums Zuff, Sebastian Sturm, übergeben.

Sturm und seine Kollegen und Kolleginnen sind freitags von 15 bis 18 Uhr am Pumptrack vertreten. Sie bringen Leihräder, Helme und Getränke mit und unterstützen die meist jungen Fahrer und Fahrerinnen, die ihre Runden auf der Berg- und Talbahn drehen und dabei versuchen, eine Runde so schnell wie möglich zu schaffen, ohne ein einziges Mal in die Pedale zu treten.

 Wenn man, wie hier, mit dem Rad durch die Lichtschranke fährt, wird automatisch die Rundenzeit genommen.
Wenn man, wie hier, mit dem Rad durch die Lichtschranke fährt, wird automatisch die Rundenzeit genommen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)
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Die Idee, eine Zeiterfassungsmaschine zu konstruieren, hatte Florian Otter. Der 37-Jährige ist Leiter der gewerblichen Ausbildung bei Norgren und selbst begeisterter BMX-Fahrer. Mittlerweile nimmt er auch seinen vierjährigen Sohn Erik mit, der sich schon mit dem eigenen Rädchen auf die Piste traut. „Ich dachte, vielleicht kann das Zuff eine Zeiterfassung gut gebrauchen. So habe ich Sebastian Sturm einfach angerufen und gefragt“, so Otter. Der zögerte nicht lange und sagte zu.

Seit November haben Auszubildende aus allen Bereichen an dem Prototyp mitgearbeitet. Mechanik und Elektronik, das Metallgehäuse und die Möglichkeit, die Zeitergebnisse wie bei einer Registrierkasse ausdrucken zu können – von A bis Z wurde alles selbst gemacht. Jugendliche aus dem Zuff haben den mit einem Akku für mindestens zwei Stunden Laufzeit betriebenen Kasten letztendlich noch nach ihren Vorstellungen besprüht.

Nun werden links und rechts der asphaltierten Fahrbahn zwei Kästchen auf Stativen aufgestellt – als Lichtschranke. Fährt ein Fahrer da durch, wird das Signal in die Zeiterfassung geschickt und dort sofort verarbeitet. Die gewünschte Rundenzahl, die gemessen werden soll, kann man vor dem Start eingeben. 

 Florian Otter und seine Ausbilder-Kollegen Stefanie Schmidt (kaufmännischer Bereich) und Kevin Deckers (Logistik) freuen sich, dass die Kooperation so gut geklappt hat. „Wir suchen immer Projekte, die wir mit unseren Azubis umsetzen können“, so Florian Otter. Die Auszubildenden Max Giesen, Simon Kiekow, Gökan Cakir und Louis Fischer bestätigten, dass die Projektarbeit lehrreich gewesen sei und Spaß gemacht habe.

Den Pumptrack-Piloten hatten sie zudem einen roten Service-Kasten aus Metall mitgebracht. Darin befinden sich neben einer hochwertigen Luftpumpe aus Edelstahl und Aluminium und speziellem Fahrradwerkzeug auch Schlauch und Flickzeug. Das hatte Florian Rapp vom Rheinberger Fahrradladen Radikal an der Orsoyer Straße beigesteuert.

(up)