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Rheinberg: Ein Haus für Menschen mit Behinderungen wird bald gebaut

Stadtentwicklung in Rheinberg : Neues Haus für betreutes Wohnen

Die Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein wollen an der Alpsrayer Straße in Rheinberg ein Gebäude mit neun Wohneinheiten für Menschen mit Behinderungen bauen. Politik und Verwaltung unterstützen das Vorhaben.

„Der Bauantrag ist bereits gestellt“, bestätigt Arnd Lattenkamp von der Geschäftsführung der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN). Mit dem Baubeginn rechnet er jedoch nicht mehr in diesem Jahr. An der Alpsrayer Straße möchten die CWWN eine Einrichtung für ambulantes betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen errichten. Auf dem rund 900 Quadratmeter großen Grundstück, das die Caritas von der Stadt Rheinberg erworben hat, sollen auf einer Gesamtwohnfläche von rund 560 Quadratmetern neun Appartements entstehen, in denen Menschen mit Handicap unter Betreuung eigenständig leben können.

Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss mit Walmdach. Im Erdgeschoss ist neben den Wohnungen auch ein Gemeinschaftsraum sowie ein kombinierter Büro- und Schlafraum für die Betreuenden vorgesehen. „Jedes Appartement wird ungefähr 45 Quadratmeter groß sein“, berichtet Lattenkamp. Das Rheinberger Haus geht zudem mit einem inklusiven Ansatz an den Start: Eine Wohnung soll auf dem freien Markt vermietet werden.

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Mit der Wohneinrichtung möchten die Caritas Wohn- und Werkstätten auch im Raum Rheinberg dem gestiegenen Bedarf an ambulant betreutem Wohnen für Menschen mit Behinderungen Rechnung tragen. „Die Nachfrage in diesem Bereich ist wirklich groß. Deshalb engagieren wir uns auch selbst als Bauherr“, bestätigt Arnd Lattenkamp.

Ein ähnliches Projekt sei bereits in Geldern realisiert worden. Mit einem offenen Brief hatten sich die CWWN vor geraumer Zeit an Kirchengemeinden, Städte und Kommunen gewandt, um entsprechende Grundstücke für ein solches Vorhaben ausfindig zu machen. In Rheinberg, wo die Caritas im Gewerbegebiet am Nordring seit vielen Jahren eine große Werkstatt und auch eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen betreibt, sei man schließlich fündig geworden. Die Stadt verkaufte der Caritas ein Grundstück.

Bei der Vorstellung des Projekts im Rheinberger Bau- und Planungsausschuss haben alle Fraktionen das Bauvorhaben grundsätzlich begrüßt. Die SPD kritisierte allerdings die zu kleinen Fenster im Planentwurf und regte an, dass das Obergeschoss auch als Staffelgeschoss mit Flachdach ausgeführt werden könne. Die Bündnisgrünen sehen mit der Wohneinrichtung einen seit langer Zeit vorgetragenen Wunsch realisiert. Auch dass offensichtlich eine Photovoltaikanlage geplant sei, wurde von den Grünen positiv bewertet. Die CDU-Fraktion hat darauf hingewiesen, dass Stellplätze in einer ausreichenden Breite und in ausreichender Anzahl erstellt werden müssten. Auch die AfD bemängelte die Größe der Stellplätze.

Beigeordneter Dieter Paus wies darauf hin, dass auch eine Wohneinheit für Menschen mit schweren Behinderungen geplant sei, die nicht mit dem Auto fahren können.

(nmb)