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Rheinberg: Doc Esser und Rene Steinberg beim Auftritt im Schwarzen Adler

Kabarett in Rheinberg : Unterhaltsame Sprechstunde auf der Adler-Bühne

Fernseharzt Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser aus Köln und Comedian Rene Steinberg aus Mülheim spielten im Vierbaumer Kulturlokal Schwarzer Adler ihr gemeinsames Programm „Lachen und die beste Medizin“ als Vorpremiere.

Was haben die beiden sich gefreut: Endlich, nach drei Monaten Corona-Unterbrechung, durften sie wieder auf der Bühne stehen. Doc Esser und Rene Steinberg hätten es am liebsten gehabt, wenn der Eröffnungsapplaus niemals verklungen wäre. „Ist das herrlich“, sagte Steinberg mehrfach, „endlich wieder vor Publikum zu spielen.“

Schon im März wollten der Arzt und Fernsehmoderator aus Köln (Heinz-Wilhelm „Heiwi“ Esser) und der Comedian aus Mülheim (Rene Steinberg) die Bühne im Schwarzen Adler entern. Schnell waren die Karten damals vergriffen – doch dann kam der Lockdown und nichts ging mehr. Am Sonntagabend wurde die Vorpremiere für das Programm „Lachen und die beste Medizin“ nun nachgeholt. Und zwar gleich zweimal: Weil nur eine begrenzte Personenzahl gleichzeitig in den Adler-Saal durfte, spielten Esser und Steinberg einmal um 18 und einmal um 20 Uhr. Getrennte Ein- und Ausgänge, Tische, Maskenpflicht, kein Getränkeausschank im Saal: alles anders als sonst, aber gut organisiert.

Die beiden Künstler – Esser ist 46, Steinberg 47 Jahre alt – machten kein großes Brimborium. Zwei Stehtische auf der Bühne, darauf ein paar Zettel, was zu trinken, das war’s. Den Rest erledigten die beiden im Gespräch, warfen sich die Bälle zu, alberten herum, improvisierten, fanden aber immer wieder in die Konzept-Spur zurück.

„Wir kommen gut miteinander aus und haben uns für dieses Programm zusammengetan“, erläuterte Steinberg, der die Zeit in „vor und nach Corona“ einteilte. Vor Christus, das sei vorbei – „heute spricht man von v.C. als der Zeit vor Corona“, scherzte er. Dem Helmut-Schmidt-Zitat „In der Krise zeigt sich der wahre Charakter“ folgend, verarbeitete das Duo die Beobachtungen der vergangenen Monate. Dabei schreckten die Künstler selbst vor Klopapier-Witzen nicht zurück. Über Vaters Sprüche („Wenn dir jemand in den Arsch tritt, nutze den Schwung nach vorne aus“) und einer Abrechnung mit den „Aluhutträgern“ und Verschwörungstheoretikern führte der Bühnendialog zu einem medizinischen Exkurs. Da schlug dann die Stunde von Internist, Kardiologe und Pneumologe Doc Esser, der Anspielungen auf die „Corona-Pocke“ seines Gegenübers riskierte. Fett macht nicht dick, Zucker und Kohlenhydrate sind das, was uns zusetzt – das war der Tenor. Letztlich ließen sich die beiden Publikums-Fragen per WhatsApp auf die Bühne senden (Ist Sex gesund? Hilft das Konterbier?) und beantworteten sie mit viel Humor.

Unter dem Strich ein gelungenes Programm. Es wurde viel gelacht, und das ist und bleibt nun mal die beste Medizin.