1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Die Rhein-Ruhr Beschichtungs-Service GmbH ist für die Zukunft gerüstet

Unternehmen in Rheinberg : Zukunftssicheres Schicht-Modell

Die Rhein-Ruhr Beschichtungs-Service GmbH mit knapp 100 Mitarbeitern hat seit 21 Jahren ihren Sitz im Gewerbepark Nordring. Das Unternehmen will am Standort Rheinberg bleiben und denkt sogar über den Bau einer vierten Halle nach.

Innovativ, offen, standorttreu und arbeitsplatzintensiv: Unternehmen wie die Rhein-Ruhr Beschichtungs-Service GmbH wünscht sich jede Kommune. Wenn die Geschäftsführung dann auch noch im Brustton der Überzeugung sagt: „Unsere Zukunft liegt hier in Rheinberg“, dann hören das der Wirtschaftsförderer der Stadt Rheinberg, Thomas Bajorat, und der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller, gerne. Müller besuchte das 1998 im Rheinberger Gewerbegebiet Nordring am Rheinfeld gegründete Unternehmen jetzt im Rahmen seiner Sommertour, Bajorat begleitete ihn. Die Geschäftsführer und Gründer Wolfgang Pischek, Ulrich Dollinger und Michael Dreizehner sowie Peter Neumann (Vertrieb) empfingen die beiden.

95 Mitarbeiter, ein hoher qualitativer Anspruch, ein geschätzter Arbeitgeber: Ein Mittelständler wie der Rhein-Ruhr Beschichtungs-Service, der sich zu einem Spezialunternehmen entwickelt hat, sei aller Ehren wert, lobte der Landrat, der erstmals seit 13 Jahren zu Gast im Unternehmen war.

Michael Dreizehner (v.l.), Wolfgang Pischek, Thomas Bajorat, Ansgar Müller, Ulrich Dollinger, Peter Neumann und Jan Benninghoff an einer Heiz-Reck-Walze. Foto: Fischer, Armin (arfi)

13.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, das die vier Gründer (Wolfgang Naue ist 2015 im Ruhestand verstorben) 1998 kauften, um ihre unternehmerische Idee umzusetzen. „Eine solche Fläche könnte ich Ihnen heute gar nicht mehr anbieten“, betonte Bajorat. „Unsere Gewerbegebiete sind voll, es gibt nur noch vereinzelte Erweiterungsflächen.“ Zum Glück hat Rhein-Ruhr noch etwas Platz, denn die Geschäftsführer ziehen den Bau einer weiteren, vierten Halle in Erwägung. Die dritte entstand 2009, mitten in der Banken- und Wirtschaftskrise. Aus diesem Grund wurde sie erst 2011 in Betrieb genommen. Die Konjunkturdelle haben die Rheinberger seinerzeit unbeschadet überstanden.

Wie das möglich war, erklärt Geschäftsführer Pischek: „Wir haben das Glück, dass wir für nahezu alle Industrien arbeiten. Dadurch haben wir eine hohe Krisenfestigkeit.“ Chemie und Plastik, Lebensmittel, Abfülltechnik und Genussmittel, Maschinenbau, Energieerzeugung, Öl und Gas, Verdichtungstechnik,, Papier und Wellpappe, Textil, Stahl, Luftfahrt oder Automobil – überall sind die Dienste der Rheinberger gefragt. Rhein-Ruhr betreut dabei mehr als 300 Kunden, 85 Prozent davon in Deutschland, der Rest sitzt im europäischen Ausland. Bei etwa zwei Drittel aller Aufträge geht es um die Beschichtung von Neuteilen, bei einem Drittel um Reparaturarbeiten. Auch dieser Mix trage zu einer konjunkturellen Ausgewogenheit bei.

Die Rheinberger sind Spezialisten für thermisches Beschichten. Metallische Bauteile von fingerhutkleinen Hülsen bis hin zu zehn oder mehr Meter langen Turbinenteilen werden mit Hartmetall oder Keramik beschichtet, um sie vor Verschleiß oder Rost zu schützen. Diese teils nur einen Zehntelmillimeter dünnen Beschichtungen aufzutragen, ist ein komplexer Vorgang. In Spezialkammern transportiert ein 2500 Grad heißer Gasstrahl (Kerosin und Sauerstoff) winzige Wolframcarbid−Pulverteilchen mit dreifacher Schallgeschwindigkeit auf die Bauteile. Computergesteuert. Die beschichteten Flächen werden mit Schleifern zum Teil bis auf Spiegelglanz poliert, ihre Lebenszeit durch die Veredelung erheblich verlängert. 16 Schleifmaschinen sind im Einsatz. Düstere Zukunftsprognosen sind im Unternehmen kein Thema. „Wir blicken positiv in die Zukunft“, versichert Pischek.