Rheinberg Die Politik ist unzufrieden mit dem Pflegestandard in der Stadt

Grünflächenpflege in Rheinberg : Sparsame Grünpflege lässt Luft nach oben

Mit ihren Grünanlagen geben Städte eine Visitenkarte ab. Die Politik ist mit dem Erscheinungsbild an einigen Orten in Rheinberg unzufrieden.

Die Tagesordnung im Ausschuss war abgearbeitet, der sperrige Jahresabschluss für den Dienstleistungsbetrieb (DLB) verdaut, da war unter Punkt Verschiedenes reichlich Raum, das zu erörtern, was leicht zu greifen ist und vor allem das Zeug hat, die Gemüter heiß laufen zu lassen: Dreck-Ecken in der Stadt. Immer wieder ein gern genommenes Thema. Auch diesmal wieder. Und immer wieder das gleiche Bild: Hier die Politik als strenge Anwaltin des Bürgers, da die DLB-Verantwortlichen. Die kennen und hörten die Botschaft wohl. Und immer wieder dieselbe Antwort: Gebt uns mehr Geld und letztlich mehr Leute, nur dann kann’s klappen. Da war die Hoffnung auf einen Jahresabschluss mit einer schwarzen Null noch nicht verklungen.

Einem war der Kreisel am Melkweg aufgefallen, in dessen Mitte das Grün wuchert. Das sei als Visitenkarte für Besucher, etwa des publikumsträchtigen Stadtfestes, alles andere als tauglich. Da winkte die DLB-Riege gleich ab. Nicht zuständig, liegt an einer Landstraße. Kann man nix machen. Und überhaupt: Was spricht dagegen, dass es da mitten auf der „naturbelassenen“ Insel blüht: „Rheinberg summt“, hieß es aus der Runde.

Ein Ärgernis vor allem aus Sicht der Riege aus Orsoy sind überquellende Papierkörbe – vor allem an sonnigen Wochenenden auf dem Spazierweg auf der Krone des Rheindeichs. „Da hab’ ich an Wochenenden noch nie jemanden leeren sehen“, wetterte Ausschussvorsitzender Josef Devers. DLB-Leiter Holger Beck räumte allenfalls zwischenzeitliche Mängel ein, weil der Mann, der die Tour macht, erst krank und dann im Urlaub gewesen sei. Da könne schon mal ein Papierkorb auf der Strecke geblieben sein.

Auch mit dem Pflegezustand auf manchen der 88 Spielplätze im Stadtgebiet waren Politiker, von Eltern angesprochen, nicht zufrieden. Glas in Sandkästen, Pizzakartons unter der Schaukel, ungeschnittene Hecken. Beck zuckte mit den Schultern: Er habe nur eine Kolonne für den Job. Die gehe Platz für Platz ab. Klaus Helmes aus Ossenberg klagte, dass ihm der so wunderschöne Dorfplatz bisweilen so gar keine Freude mache. Er sprach von „katastrophalen“ Hinterlassenschaften verantwortungsloser Zeitgenossen. In das Klagelied stimmte Betriebschefin Rosemarie Kaltenbach ein, die ihre Leute aus dem Schussfeld nahm: Manche Zeitgenossen würden den Papierkorb vollstopfen, wenn sie gerade geleert worden ist, und wenn der voll sei, ihren Dreck einfach davor stellen.

Den Vorwurf, dass es auf dem Friedhof in Borth „schandalig“ aussehe, wollte Beck, der auf die Kritik erstaunlich gut vorbereitet war, nicht gelten lassen. Das Baumgrab habe der beauftragte Unternehmer gerade mit Bodendeckern bepflanzt. Dass es auf den Wegen grünt, sei keine Nachlässigkeit, auch wenn’s manchem nicht gefällt. Es gehe um Rasenschotterwege. Wer einen höheren Pflegestandard will, so Klatenbachs Fazit, muss zahlen. Das Thema bleibt.

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