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Rheinberg: „Die Partei“ will mit „Cengiz Kann“ ins Stadthaus

Satire-Partei in Rheinberg : „Die Partei“ will mit „Cengiz Kann“ ins Stadthaus

Die Satire-Partei hat ihr Team für die Kommunalwahl 2020 aufgestellt. Eine Forderung lautet: „Rheinberg soll Baerl annektieren.“ Unter dem Leitsatz „Verkehr ohne Gummi“ wirbt der Ortsverband zudem für eine Trendwende im Verkehrskonzept.

Zusammen wählt sich’s besser: In einer gemeinsamen Versammlung mit dem Kreisverband Wesel hat „Die Partei“, Ortsverband Rheinberg, in Moers ihre Kandidaten für den Rat und das Bürgermeisteramt aufgestellt. Wegen der Kontaktsperren fand die Versammlung in einem privaten Gastronomiebetrieb statt – bei Mindestabstand, Gesichtsmasken und Bewirtungsverbot.

Auf Listenplatz 1 steht Kai Oczko. Der Bilanzbuchhalter ist bekannt durch sein Engagement beim Rheinberger Klimatisch, der Schokofahrt, dem Stadtradeln und anderen Aktionen, bei denen er Rheinberg umgestalten kann zu einer ausgewiesen menschenfreundlichen Stadt „mit mehr Wumms“. Spitzenkandidat Kai Oczko ist Vize-Vorsitzender für Die Partei Rheinberg und Schatzmeister des Kreisverbandes.

Auf Listenplatz 2 folgt mit Ann-Katrin Quapp eine Frau. Die Modedesignerin, Schriftführerin im Ortsverband, ist erst seit März Partei-Mitglied. Sie kämpft „für Aufklärung und Offenheit gegen Prüderie und Rückständigkeit“. Nummer drei ist Daniela Heuer, die sich als „Überlebenskünstlerin“ vorstellt, in der Partei für „Soziales und Asoziales“ zuständig. Sie ist zudem Vize-Vorsitzende des Rheinberger Literaturvereins KeinVerlag, Stand-up Comedian, „liebende Mutter und Pommesfan“. Auf den Plätzen folgen Leon Albrecht und Renan Cengiz.

Auch unter den Direktkandidaten in den 20 Wahlbezirken der Stadt finden sich bekannte Rheinberger wie Daniel Assenmacher, Inhaber des Meisterbetriebs Assenmacher Sanitär & Heizung. „Durch die Bank weg Menschen aller Generationen, die uns dabei unterstützen, in allen Bezirken auf den Wahlzetteln zu stehen“, so Vize-Chef Oczko. Der jüngste Kandidat sei 24, die älteste Kandidatin 69 Jahre alt.

Bürgermeisterkandidat ist erneut Renan Cengiz. Der freie Publizist und Künstler hat schon 2015 fürs Bürgermeisteramt kandidiert. Er ist Vorsitzender des Ortsvereins und außerdem politischer Geschäftsführer im Kreisverband. Er gilt seit knapp zwei Jahrzehnten als Schrittmacher und Schöpfer diverser Rheinberger Subkulturen.

Renan Cengiz’ selbstbewusst satirisches Motto lautet: „Cengiz Kann!“ Er sieht sich in der Nachfolge des Mongolenherrschers Dschingis Khan. Allerdings in versöhnlicher Ausprägung. Mit ihm könne man die Pferde auch wieder zurückbringen. Ein bisschen Eroberung müsse trotzdem sein: Die Partei Rheinberg will „Baerl annektieren – ein armes, einsames und verlassenes Naherholungsgebiet, das von der Duisburger Politik verstoßen wurde“. Großen Raum im Wahlkampf nimmt das Verkehrskonzept ein. Unter dem Leitsatz „Verkehr ohne Gummi“ wirbt der Ortsverband für eine Trendwende: weg vom Gummi der Autoreifen – „hin zu mehr U-Bahn, Personenrohrpost und umweltfreundlichem Flugverkehr“. Unter anderem soll die Fluglinie „RheinAir“ den Niederrhein vernetzen – „damit Rheinberg nicht zu spät kommt und der Zug schon abgefahren ist, bevor der Karren gegen die Wand fährt“.

Neben der alten Forderung nach einem Schoko-Brunnen auf dem Marktplatz und einer Rehistorisierung der Innenstadt verspricht Die Partei einen griffigen Zehn-Punkte-und-noch-ein-Punkt-Plan.

(RP)