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Rheinberg: Die Landwirtschaft legt keine Winterpause ein

Landwirtschaft in Rheinberg : Bauer Barten macht auch im Winter keine Pause

Die Landwirtschaft ruht nie. Auch im Winter nicht. Das weiß Landwirt und Ortsbauer Henning Barten vom Heesenhof Budberg: „Wir haben im Winter viele Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem stehen die Düngeplanungen auf dem Programm“, verrät der Diplom-Ingenieur Agrar.

Am 1. Januar sei die neue Düngeverordnung in Kraft getreten, um einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt im Boden zu sichern. Beispielsweise sei es wichtig, die neuen Nitratwerte zu beachten. „Es werden regelmäßig Bodenproben genommen und der Düngebedarf der Pflanzen ermittelt. Aufgrund meiner Werte und der Nitratgebietskulisse ergibt sich die zu düngende Menge“, erklärt der 44-Jährige. Jede Pflanze habe einen unterschiedlichen Bedarf an Nährstoffen, was ebenfalls bei der Düngeplanung beachtet werden müsse. „Anhand von Formeln wird dann alles berechnet“, so der Agraringenieur. Wichtig sei, dass im Hinblick auf die Gebietskulisse, in der die Felder liegen, die Werte nicht überschritten werden. Sei die Nitratbelastung bereits zu hoch, sei dies auf der Karte rot markiert. Hier dürfe nur wenig gedüngt werden.

Dass hohe Nitratbelastungen vorliegen, habe nicht nur mit der Düngung der Felder zu tun, sondern auch mit den Auto- und Industrieabgasen sowie mit Hauskläranlagen. Neben Nitrat sei auch Phosphor ein begrenzter Faktor, der beim Düngen beachtet werden müsse.

„Wenn der Boden friert, ist das gut, da er sich gut absetzt. Das gibt ein gutes Saatbeet. Für eine gute Stickstoffbindung sorgen Zwischenfrüchte wie Gelbsenf. Dadurch wird Stickstoff im Boden gebunden. Zudem verhindern die Zwischenfrüchte Boden- und Wassererosion“, so Barten. Die Zwischenfrüchte sorgen auch für eine bessere Bodenstruktur, was die Bearbeitung der Böden erleichtert und die Wasserführung verbessert.

Vor den Hauptdüngungen gebe es noch immer Zwischendüngungen. Ungefähr im Februar/März beginne die Düngesaison. Auch auf den Erdbeerfeldern, die ein Standbein des Heesenhofs sind. Der Landwirt: „Auch jetzt finden schon erste Düngungen für unterschiedliche Ackerkulturen statt.“

Natürlich gibt es im Winter noch mehr zu tun. Unter anderem die Wartung und gegebenenfalls die Reparaturen der landwirtschaftlichen Maschinen. Auch Zäune ziehen oder Koppeln erneuern, sofern Landwirte Vieh haben, gehöre zum Winterprogramm. Viehbetriebe seien im Prinzip das ganze Jahr im gleichen Modus, da die Tiere versorgt werden müssen. Landwirte mit Agrarflächen seien im Winter in der Zeiteinteilung ein wenig flexibler.