Rheinberg: Die Krippe – seit 35 Jahren Ehrensache für Monika Hildner

Rheinberg : Ein Leben für die alte Krippe

Monika Hildner baut das Ensemble auch in diesem Jahr im Foyer des Rheinberger St.-Thekla-Altenheims auf.

Der dritte Advent ist für die Rheinbergerin Monika Hildner immer ein besonderes Datum. Nicht nur, weil das Weihnachtsfest mit riesigen Schritten naht. Im Rheinberger St.-Thekla-Altenwohnheim baut sie die weihnachtliche Szenerie auf und sorgt für stille Vorfreude bei den Bewohnern. Zehn Tiere wie Ochs und Esel, Kamel und Schafe werden dann vorsichtig aus den speziell angefertigten Holzkisten geholt, wie auch die elf Personen mit Maria und Josef, den Hirten, Königen und dem Jesuskind. Sie geben einen Eindruck davon, wie es im Stall von Bethlehem gewesen sein könnte.

Mit Kisten und Kartons hantiert die 73-jährige Ehrenamtlerin im Eingangsbereich. Moos aus dem Garten und Stroh aus ihrem Pferdestall hat sie dabei, um in unterschiedlichen Höhen die Szenerie zu gestalten. Dabei bleibt sie unter kritischer Beobachtung. „Beim Aufbauen mache ich absichtlich Fehler, stelle anders und werde prompt verbessert“, freut sie sich über die Korrekturen durch die Bewohner. „Die ist nicht gescheit. Da gehört die Figur doch nicht hin“ – Bemerkungen wie diese hat sie sich auch mal anhören müssen.

„Wir bauen bis zu drei Stunden auf. Alles muss seinen Platz haben, trotzdem ist es jedes Jahr wieder anders. Das Christkind bleibt allerdings bis zum Heiligen Abend ganz zugedeckt“, sagt Monika Hildner. Der Spaß steht im Vordergrund, und das seit 1984. Damals wurde die Krippe noch im St.-Nikolaus-Hospital bewundert und zog nach der Schließung des Krankenhauses mit ins Thekla-Heim. Ehrenamtlerin Monika Hildner hat einen ganz besonderen Bezug zu der Krippe und den Figuren. „Mich begeistert die Krippe schon seit meinem vierten Lebensjahr. Als Kind bin ich mit meinen Freundinnen ins Krankenhaus gelaufen, wo die Ordensschwestern die Krippe aufbauten. Wir wohnten ganz in der Nähe“, erzählt sie. Jahre später machte sie als 14-Jährige ein Praktikum im St.-Nikolaus-Hospital, danach ihre Krankenpflege-Ausbildung in Duisburg. „Als ich fertig war, haben mich die Ordensschwestern sofort zurückgeholt“, erzählt Hildner über ihre erste Arbeitsstelle.

1984 verließen die Ordensschwestern das Hospital, die Krippe wurde Monika Hildners Ding. Die Krankenhaus-Schließung erfolgte erst Jahre später. Monika Hildner wechselte zum St.-Thekla-Altenwohnheim – aber nicht ohne die geliebte Krippe. Trotz vieler Arbeit war immer Zeit, sie aufzubauen. Vor Jahren wollte die Ruheständlerin schon aufhören, „aber dann habe ich Tränen der Bewohner gesehen. Ich mache weiter, bis zum Schluss“, so Hildner. Adventszeit ohne Krippe geht gar nicht, das weiß auch Einrichtungsleiterin Ute Elsner. „Die Krippe hat Tradition und ist wichtig. Der Aufbau ist alleine die Sache von Monika Hildner und reine Handarbeit. Helfen können wir nicht.“ Zu Anfang stand sie in der Kapelle, zog dann in die Cafeteria. Der optimale Platz jedoch ist seit Jahren das Foyer. Die Gipsfiguren stammen aus der Marienstadt. Ihre Bekleidung wird ab und an vorsichtig gereinigt. Der Stall musste schon mal renoviert werden, weil er in die Jahre gekommen war.