Rheinberg: „Dicker Bär“ in Orsoy - erstes Gutachten lässt hoffen

130 Jahre alter Lindenbaum : „Dicker Bär“ in Orsoy: Erstes Gutachten lässt hoffen

Im Auftrag des Deichverbands Duisburg-Xanten hat Gutachter Dr. Jürgen Kutscheidt am Donnerstag erste Messungen am „Dicken Bär“ vorgenommen. Für die rund 130 Jahre alte Linde auf dem Orsoyer Rheindeich liegt ein Fällantrag des Deichverbands bei der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis vor (RP berichtete mehrfach).

Wie Deichgräf Viktor Paeßens sagte, habe der Deichverband die Stadt gebeten, den Antrag zu stellen. Das habe die Stadt auch getan, in Wesel sei dann aber beim Blick ins Baumkataster aufgefallen, dass das knapp 70 Quadratmeter große Grundstück, auf dem die alte Linde steht, nicht der Stadt, sondern dem Deichverband gehört. Als Eigentümer habe er dann den Antrag gestellt.

„Uns ist es nie darum gegangen, den Baum um jeden Preis zu fällen“, so Paeßens. „Ganz im Gegenteil: Wir würden alles dafür tun, ihn zu erhalten. Und ich persönlich glaube auch, dass die Chance, das zu erreichen, nicht so schlecht stehen. Aber wir müssen den Hochwasserschutz gewährleisten.“ Einen Fällantrag zu stellen, sei ein probates Mittel, um schnell herauszufinden, ob es Anzeichen darauf gibt, dass die Standfestigkeit des Baumes nicht mehr gegeben ist, sagte der Deichgräf. Weil die Behörde entsprechende Gutachten einfordere, bevor sie eine Fällgenehmigung erteilt. Die vom Gutachter am Donnerstag vorgenommenen feinen Bohrungen hätten ein erstes Ergebnis erbracht. Paeßens: „Es lässt den Schluss zu, dass es sich lohnt, den Baum mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln weiter zu untersuchen. Mehr nicht.“ Man könne aus dieser ersten Untersuchung nicht den Rückschluss ziehen, dass der Baum gesund und standfest sei, auch wenn es danach aussehe. Der Deichgräf: „Unser Hauptziel ist der Hochwasserschutz – nicht, eine alte Linde zu fällen.“

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