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Rheinberg: Deutsch lernen in Ferien-Atmosphäre

Angebote für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Rheinberg : Deutsch lernen in Ferien-Atmosphäre

Fit in Deutsch – so lautet das Programm, das seit Beginn der Herbstferien im Rheinberger Zuff für Spaß an der deutschen Sprache sorgte. Basteln, kochen, ein Ausflug, Spiel und Spaß bestimmten die Woche für die Teilnehmenden.

Das städtische Zuff war für eine Woche der begehrte Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Alter von acht bis 18 Jahren. Die Älteren besuchen die Europaschule und kennen daher die beiden engagierten Lehrerinnen Sarah Kijewski und Tanja Hartmann aus dem Unterricht. Beide Lehrkräfte übernehmen im Zuff eine völlig neue Rolle und sorgen so für eine unbeschwerte und spannende Ferienwoche.

„Manche der Kinder sind erst seit sechs Wochen bei uns in Rheinberg. Andere zählen schon zu den Stammgästen“, sagt Tanja Hartmann. Das Programm, von morgens bis nachmittags, ist alltagstauglich und beginnt mit einem Frühstück. „Wir machen all die Sachen, die den alltäglichen Wortschatz fördern. Wir bieten ein richtiges Mischprogamm an“, so Sarah Kijewski. Dazu gehören Aktivitäten wie Einkaufen, um dann gemeinsam zu kochen, oder es wird gebastelt. Jetzt gibt der Herbst den Ton an, wie im Gruppenraum zu sehen ist. Ausgehöhlte Kürbismasken, auf Blätterkränzen gebettet, weisen auf das Halloween-Ereignis zum Monatsende hin.

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Die Nationalitäten der Gruppe reichen von Syrien bis nach Thailand. Dreimal im Jahr, ohne Corona-Pandemie, wird das spielerische Erarbeiten der deutschen Sprache angeboten. „Dabei entstehen auch Freundschaften und Beziehungen zum Zuff. Kinder und Jugendliche lernen den Ort als ihren Treffpunkt kennen, wo sie Spiele spielen und gemeinsam etwas unternehmen“, so Tanja Hartmann.

Auch einen Ausflug hat die Gruppe unternommen: zum Superfly nach Moers. Fragt man bei Sonya (14), Hejen (13) und Afrah (15) nach dem schönsten Moment der Woche, kommt die Antwort prompt. „Das gemeinsame Kochen nach einem Rezept aus unserer Heimat und der Ausflug“, erklären sie. Außerdem haben sie Taschen im Batikmuster gebastelt.

Das Programm wird mit Geld vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, ist für die Teilnehmenden kostenfrei und im Zuff beliebt, „weil wir verschiedene Bereiche abdecken. Wir erleben zum Ende wunschlose Kinder und Jugendliche, weil sie so viel in der Woche erlebt haben. Sie sind dankbar und so zufrieden mit dem Programm, das eben nichts mit Schule und Unterricht zu tun hat. Das Zuff ist wegen der Räumlichkeiten super“, so Sarah Kijewski.

Unterstützt werden sie von Robin Leverberg, der ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, und der angehenden Lehrerin Elvira Leonhard. Auch wenn es so nach Ferienstimmung klingt, gelernt wird dennoch. Beispielsweise deutsche Vokabeln über Wortkarten oder auch einige Benimmregeln, sei es im Umgang miteinander oder im öffentlichen Raum. Beispielsweise bei der Busfahrt nach Moers, einem älteren Menschen den Platz anzubieten.

Für Sarah Kijewski und Tanja Hartmann steckt mehr als nur eine Betreuung dahinter. „Wir haben die zusätzliche Ausbildung als Sprachenbegleiter gemacht und wurden für besondere Situationen geschult“, erzählen sie. Denn auch das gehört dazu, wenn sich plötzlich Fluchterlebnisse den Weg bahnen und aus den Kindern heraussprudeln. „Das passiert manchmal in stillen Augenblicken. Damit müssen wir richtig umgehen“, sagt Tanja Hartmann. „Wir haben eine wirklich tolle Truppe erlebt, die sehr respektvoll miteinander umgeht“, so das Fazit.

(sabi)