1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Das Positive in Erinnerung behalten

Ausstellung Alltagsmenschen in Rheinberg : Das Positive in Erinnerung behalten

Die Ausstellung „Alltagsmenschen“ in Rheinberg endet an diesem Wochenende. Mit ihr verbinden sich Licht und Schatten. Vielen Menschen zauberten die Figuren ein Lächeln ins Gesicht, aber es gab auch Vandalismusfälle. Mehr als in anderen Städten.

Seit langem hat kein anderes Thema in Rheinberg das Pendel der Emotionen so weit ausschlagen lassen wie die „Alltagsmenschen“. Die lebensgroßen Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner haben vier Monate Leben in die Stadt gebracht. Und das in einer coronabedingt eher traurigen Zeit. Von weither kamen die Menschen teilweise, um sich die witzigen Skulpturen anzuschauen, sich mit ihnen fotografieren zu lassen oder sich einer der zahlreichen Führungen anzuschließen, die das Stadtmarketing zu den Alltagsmenschen angeboten hat.

Dem Stadtmarketing gebührt ein ganz dickes Dankeschön. Auch wenn der Name anderes vermuten lässt: Dahinter verbirgt sich nicht die Stadt Rheinberg, sondern ein kleiner, ehrenamtlich und engagiert arbeitender Verein um den Vorsitzenden Norbert Nienhaus, der mit Weitsicht, Risiko- und Einsatzbereitschaft und großem Fleiß dafür gesorgt hat, dass die Figuren seit Juli bis jetzt in der Stadt aufgestellt werden konnten. Nicht zufällig übrigens parallel zur Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. 40.000 Euro hat der Verein dafür zusammen getragen. Viele Sponsoren haben zum Teil tief in die Tasche gegriffen, um das Projekt möglich zu machen. 

Leider haben einige Zerstörungswütige dafür gesorgt, dass der Name Rheinberg eng mit den Alltagsmenschen verbunden bleiben wird, und zwar im negativen Sinne. Sieben der 32 Skulpturen sind mutwillig kaputt gehauen worden. Teilweise mit brachialer Gewalt. Das hat viele Menschen in der Stadt nicht kalt gelassen. Von Wut bis Fassungslosigkeit reichte die Palette der Gefühle, die sie überkamen.

Zum Glück war Resignation nicht dabei. Bis zum Schluss war allerdings sehr viel Trotz spürbar. Nach der Devise: Wir lassen uns die Freude an dieser Ausstellung nicht nehmen! Ein ganz starkes Signal war die große finanzielle Unterstützung für den Stadtmarketing-Förderverein. Kleine und große Spenden brachten die Initiatoren aus der Bredoullie. Denn das Stadtmarketing muss jetzt erheblich mehr bezahlen als die ursprünglichen 40.000 Euro.

Vielleicht sorgen alle diese freundlichen Gesten am Ende doch noch dafür, dass die Rheinberger mit den Alltagsmenschen überwiegend Positives und Gutes verbinden. Und den blöden und überflüssigen Vandalismus schnell vergessen können.

In diesem Sinne: schönes Wochenende!

Uwe Plien


Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie mir!

uwe.plien@rheinische-post.de