Konzert Neue Jazz-Reihe kommt gut an – ein volles Haus zum Auftakt

Rheinberg · Der Verein Kulturprojekte Niederrhein präsentierte das norwegische Oddgeir Berg Trio. Ein musikalischer Hochgenuss im Saal der Alten Kellnerei.

 Oddgeir Berg am Flügel, Karl-Joakim Wisløff am Kontrabass und Klaus Robert Blomvik am Schlagzeug beim Konzert in der Alten Kellnerei.

Oddgeir Berg am Flügel, Karl-Joakim Wisløff am Kontrabass und Klaus Robert Blomvik am Schlagzeug beim Konzert in der Alten Kellnerei.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Es war ein Montagabend und es war das erste Jazz-Konzert in Rheinberg seit rund zweieinhalb Jahren. Dass zum Auftakt der Reihe „Jazz an besonderen Orten“ dennoch auf Anhieb 50 Zuhörer (darunter eine 91-jährige Dame) in den Saal der Alten Kellnerei mit toller Akkustik, aber ungeeigneter Beleuchtung kamen, zeigt: In Rheinberg gibt es Bedarf für Jazz-Konzerte. Umso besser, dass Rüdiger Eichholtz mit seinem Verein „Kulturprojekte Niederrhein“ und der Stadt und der Sparkasse als Partner nun häufiger – drei- bis viermal pro Jahr – hierher kommen will.

Das Oddgeir Berg Trio aus Norwegen erwies sich als ein ganz hervorragendes Ensemble. Junge Vollprofis, die so spielten, wie man es von Skandinaviern kennt; drei Musiker, die alles spielen können, dazu Kompositionen, die sich durch eine lineare Struktur, klare Formen, durch wunderbare Harmonien, faszinierende Melodieführungen und einen mitunter kammermusikalischen Duktus auszeichneten.

Der Pianist (an einigen wenigen Stellen griff er ergänzend auch zum Synthesizer) Oddgeir Berg schreibt alle diese Songs, wie er sie nannte. Manchmal waren sie karg, in den Arrangements lag dann kaum mehr als nichts, die Besen von Drummer Klaus Robert Blomvik rührten gefühlvoll, Karl-Joakim Wisløff entlockte seinem Kontrabass wunderbare Figuren und Oddgeir Berg beließ es zeitweilig bei hingetupften lyrischen Klaviertönen – um schon im nächsten Titel den Windhund von der Leine zu lassen. „Escape“ war so eine rasante Uptempo-Nummer, während „Future has come“ mit treibenden Grooves daherkam und die Virtuosität der Musiker unterstrich.

Den Zuhörern sagte dieser gefällige, mit enormer Präzision vorgetragene Jazz der Norweger zu. Sonderapplaus gab es immer dann, wenn die Spieler sich solistisch hervortaten. Drummer Blomvik etwa im Beitrag „Traveller“.

Nach mehr als zwei Stunden toller Musik blieb mehr als tosender Applaus für drei Super-Musiker. Es blieb die Freude darüber, dass es nach dem traurigen Ende der Mi-Jazz-Reihe mit ihren engagierten Machern weitergeht. Das nächste Konzert wird die Jazz-Drummer-Legende Günter „Baby“ Sommer am 11. Juni im Alten Rathaus gestalten.