Rheinberg: Das MAP-Festival hat sich etabliert

Rheinberg: MAP bleibt MAP

Den Dreiklang aus Artlon-Kunst, Poetry-Slam und Live-Musik will das Festival-Team auch künftig erhalten.

Es gibt in Rheinberg ganz bestimmte, ganz besondere Wochen. Die Karnevalswoche, die Kirmes- und Schützenfestwoche und inzwischen gehört auch die MAP-Woche als gesetzter Termin dazu. Getreu der alten niederrheinischen Devise „Alles, was mehr als dreimal stattgefunden hat, ist Tradition“, kann das MAP-Festival getrost als Rheinberger Brauchtum durchgehen. Die RP hat sich zum Beginn des Music-Art-Project-Festivals mit Philipp Rott unterhalten. Er ist 1. Vorsitzender des Vereins MAP Rheinberg.

Herr Rott, wie sieht es zum Start des 19. MAP-Festivals aus?

Philipp Rott Gut. Die internationale Künstlergruppe für das Artlon-Projekt ist dabei, die Fassade an der Ecke Orsoyer Straße/Innenwall zu verschönern. Am Mittwoch haben wir den Poetry-Slam-Abend im Amplonius-Gmynasium, der ausverkauft ist. Und am Freitag und Samstag gibt es dann zwei Tage Live-Musik am Pulverturm.

Die Bands spielen jetzt zum fünften Mal am Pulverturm. Hat sich der Platz etabliert?

Rott Auf jeden Fall. Wir bekommen viel Zuspruch. Mit den Anwohnern haben wir – nicht zuletzt dank der Initiative Rund um den Pulvertrum – ein gutes Einvernehmen. Die Initiative unterstützt uns gut. Wie jedes Jahr haben wir den Nachbarn wieder Schreiben in die Briefkästen geworfen mit der Bitte um Verständnis dafür, dass es am Wochenende laut und voll wird.

Und das Verhältnis zur Stadt?

Rott Das ist sehr gut. Bürgermeister Frank Tatzel unterstützt uns gut, ebenso Yvonne Schmitz als neue Leiterin des Kulturbüros. Aber auch andere Abteilungen im Stadthaus. So haben wir uns beispielsweise sehr gefreut, dass die Genehmigungen für die Artlon-Aktion sehr schnell vorlagen, da hat sich auch Herr Paus als Beigeordneter ordentlich ins Zeug gelegt.

So ein Festival kostet eine ordentliche Stange Geld, auch wenn das MAP im Vergleich zu anderen Festivals dieser Größenordnung mit einem verschwindend geringen Etat auskommt. Macht die Finanzierung Sorgen?

Rott Wir planen von Jahr zu Jahr, müssen jedes Jahr neue Anträge stellen. Aber mit der Sparkasse haben wir einen verlässlichen Partner, der uns einen Grundstock garantiert, auf dem wir aufbauen können. Es hat sich ein solides Netzwerk entwickelt. Immer wieder erleben wir, dass jemand auf uns zukommt und sagt: Ich finde gut, was ihr macht, und möchte euch unterstützen. Das motiviert.

Die gesamte Organisation des MAP-Festivals läuft ehrenamtlich. Wie sind die Aufgaben verteilt?

Rott Wir haben Teams für jede Sparte. Um das Artlon kümmern sich schwerpunktmäßig Manuel und Marco Kutz. Und die Poetry-Slam-Geschichte hat Lara Jackowiak in die Hand genommen. Es ist Gold wert, dass sie sich so engagiert. Heiko Dürr managt die Live-Bands, wobei wir die auch im Team aussuchen. Das Merchandising, unseren MAP-Verkaufsstand, organisiert Bianca Eysenbrandt. Markus Spangenberg ist für die Grafikgeschichten und das Sponsoring zuständig, Thorsten Webers als den Mann, der die Finanzen und Logistik überblickt, und Johannes Nepicks als unser Mann für alle Fälle. Insgesamt sind wir knapp zehn Leute, mehr nicht.

Welche Rolle spielt der MAP-Verein?

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Rott Es war wichtig, dass wir ihn vor ungefähr zehn Jahren gegründet haben. Das macht vieles einfacher. Es wäre schön, wenn es noch mehr als knapp 90 Mitglieder werden würden. Denn über den Verein kann man noch die eine oder andere Extra-Veranstaltung abwickeln wie den „Budenzauber“ im Mai.

Kommen wir mal zum Zauberlehrling. Man kann das MAP ja drehen und wenden, wie man will. Aber der Auftritt der Coverband samstagabends um 22 Uhr ist immer der Höhepunkt des Festivals. Dann tummeln sich 2000 bis 3000 Fans vor der Bühne am Pulverturm.

Rott Sagen wir mal so: Beim Zauberlehrling fragt keiner mehr nach. Jeder weiß, wann und wo wir spielen und für uns als Band ist es das absolute Highlight des Konzertjahres! Als Organisator des Festivals muss ich sagen, dass es sehr viele interessierte Nachfragen zum Artlon oder zur Redekunst gibt. Das MAP hat dadurch aus meiner Sicht zwei weitere Höhepunkte hinzugewonnen. Schön wäre, wenn das Musikprogramm am Freitag noch besser angenommen würde. Die Musiker hätten es verdient.

Fester Bestandteil ist der jährliche Video-Teaser, den die Zauberlehrlinge drehen. Gibt es den denn schon?

Rott Ja, das neue Video kann man sich schon bei Youtube anschauen. Diesmal haben uns unterschiedlichste Leute selbst gedrehte Video-Schnipsel zum Song „I gotta feeling“ von den Black Eyed Peas zugeschickt. Heiko Dürr hat daraus ein schönes Video geschnitten.

Gibt es auch ein neues Zauberlehrling-Album?

Rott Ja, wie jedes Jahr zum Festival. Es hat keinen Titel, ist gewissermaßen unser „Black Album“. Acht oder neun der zwölf neuen Songs werden wir live spielen.

Gibt es beim Festival eigentlich wieder Unterstützer-Bändchen?

Rott Ja, das sind Armbändchen mit MAP-Aufdruck. Sie kosten drei Euro. Wer ein solches Bändchen kauft, unterstützt damit das Festival.

Im nächsten Jahr steht das 20. MAP-Festival an. Wird es etwas Besonderes geben?

Rott Irgendetwas Besonderes werden wir uns sicher ausdenken. Aber es ist nicht geplant, das MAP zu vergrößern. Die Strukturen sind gefestigt und sollen bleiben, wie sie sind.

Uwe Plien führte das Interview.