Rheinberg: Das Kulturlokal Schwarzer Adler soll eine Genossenschaft werden

Kulturlokal in Rheinberg : Schwarzer Adler soll Genossenschaft werden

Das Vierbaumer Kultur­lokal soll bald verkauft werden. Finden sich mindestens 200 Interessenten, die sich finanziell beteiligen, könnte der Betrieb als Genossenschaft weitergehen.

Als Fritz Wagener, Marco Nöchel und Werner Susmann erfuhren, dass der langjährige Eigentümer Ernst Barten das Vierbaumer Kulturlokal Schwarzer Adler an der Baerler Straße bis zum Ende dieses Jahres verkaufen will, reagierten sie schnell. „Der Adler muss bleiben. Er ist der ideale Treffpunkt für Kunst, Kultur, Musik und nette Gespräche, für Essen, Getränke, Flair – da stimmt einfach alles“, unterstrichen die drei Herren aus Orsoyerberg und Binsheim. „Wir sind dafür, dass es weitergeht.“

Schnell entwickelte das Trio eine Idee. Arbeitstitel: „Adler erhalten“. Eine ideale Form, den kulturellen und sozialen Mittelpunkt langfristig zu erhalten, sei eine „eingetragene Genossenschaft“. Dieses Modell beruht darauf, dass viele Menschen sich beteiligen können und sollen, um Miteigentümer des Schwarzen Adlers zu werden. „Bisher haben wir schon Zusagen von ungefähr 40 Leuten, die mitmachen wollen“, sagt Fritz Wagener.

Bei den ersten Treffen der Genossenschafts-Initiative einigte man sich auf einen Anteil von 1000 Euro. Das sei ein Betrag, den viele Adler-Unterstützer aufbringen könnten. Geplant wird zunächst mit 200 ernsthaften Interessenten. Sobald man diese 200 zusammen habe, seien die Initiatoren bereit, für ein Sachverständigengutachten und die Gründungskosten in Vorleistung zu gehen.

Jedes Mitglied einer solchen Genossenschaft hat unabhängig von Anteilen das gleiche Stimmrecht, um zum Beispiel über die Satzung zu entscheiden oder die Verantwortlichen zu wählen. Ein Vorteil einer Genossenschaft sei eine steuerlich zulässige Rückvergütung. Das sei der entscheidende Punkt, sagen die Initiatoren: Jedes Mitglied, das sich mit einem Anteil beteiligt hat, soll in jedem Jahr eine Rückvergütung auf den eigenen Umsatz bekommen. Häufige Besuche im „eigenen“ Lokal lohnen sich somit, es lasse sich eine sehr gute Rendite auf den Anteil erzielen.

 Jeder Geschäftsplan für eine Genossenschaft muss vor der Eintragung geprüft worden. Genossenschaften gelten unter den Kapitalgesellschaften als die sicherste Anlageform. Insolvenzen sind äußerst selten. Im Falle eines Falles gebe es noch die Immobilie – als Sicherheit.

Das Ziel ist, den Schwarzen Adler möglichst in der seit 37 Jahren bewährten Konzeption zu erhalten: als Gaststätte mit Biergarten und Veranstaltungsaal, Restaurant und Kulturlokal. Seit Anfang der 80er Jahre ist der Schwarze Adler mit angeschlossener Kulturinitiative bekannt für hochklassige Konzerte mit oft international renommierten Musikern, insbesondere aus dem Bereich Blues-Rock, Kabarett und Comedy sowie Ausstellungen. Wie das praktisch umgesetzt werden soll, ob der Gaststättenbetrieb beispielsweise an einen Pächter übergeben werden oder ein anderes Modell realisiert werden soll, ist noch unklar. Ideen gebe es aber durchaus. Konkretisiert werden muss auch noch der Aufbau der rechtlichen Struktur mit Satzung und Gremien. Gute Kontakte bestehen zum inzwischen pensionierten Leiter des Genossenschaftsverbandes.

Das nächste Treffen zur Genossenschaftsgründung findet am Montag, 2. September, 19.30 Uhr, im Schwarzen Adler, Baerler Straße 96, in Vierbaum, statt.