1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Das ehrenamtliche Team des Rheinberger Repaircafés legt nach der Corona-Unterbrechung wieder los

Repaircafé in Rheinberg : Das Team für jeden Wackelkontakt

Die Ehrenamtler im Rheinberger Repaircafé legen nach der Corona-Unterbrechung wieder los und freuen sich, wenn sie helfen können. Am 21. Oktober kann man sich im St.-Anna-Pfarrheim wieder an die Experten wenden.

Es ist ein echtes Schätzchen, das die ältere Dame da ins Repaircafé bringt: Ein LED-Radiowecker aus den 1980er Jahren gibt keinen Mucks mehr von sich. Dabei handelt es sich um ein Modell mit Skalenantrieb, an dem man die Frequenz noch über ein kleines Rädchen einstellt.

„Das Herz der Dame hängt merklich an diesem Wecker“, erzählt Rainer Frericks. Und am Ende ist es mit einer abgerissenen Umlenkrolle ja auch nur eine Kleinigkeit, die die Fachleute des Repaircafés schnell wieder gerichtet und die Besitzerin des Zeitmessers somit glücklich gemacht haben.

Zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren Corona-Pause wird im Repaircafé in den Räumen des St.-Anna-Pfarrheims wieder gearbeitet, um defekte Elektrokleingeräte – vom Toaster bis zur Bohrmaschine – im Sinne der Nachhaltigkeit wieder zum Leben zu erwecken. „Wir kümmern uns für unsere Kunden um fast alles. Nur Mikrowellen und verschweißte Steckernetzteile setzen wir nicht instand“, sagt Diplom-Ingenieur Frericks. Drei Elektriker beziehungsweise Elektroniker gehören aktuell zur „Schrauber-Crew“, eine Näherin und eine Allround-Kraft ergänzen das Team.

  • Im Kreishaus in Wesel wurden die
    Bundestagswahl 2021 : So wählten Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck
  • Beeindruckt vom Corona-Tränen-Projekt zeigten sich Rainer
    Gedanken zur Pandemie in Geldern : Corona-Tränen am Kirschbaum
  • Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten
    Aktuelle Zahlen zur Pandemie : Corona – das ist die aktuelle Lage im Kreis Wesel

Die Anzahl der Besucher beim ersten Termin nach der Corona-Pause ist überschaubar. Mit viel Andrang hat Rainer Frericks auch noch nicht gerechnet. Dennoch hat das Team vorsichtshalber Wartekärtchen gebastelt und den Raum corona-konform hergerichtet.

Neben der Dame mit dem Radiowecker finden schließlich zum Neustart zwei weitere Kunden den Weg ins Repaircafé. Mitgebracht haben sie ein Induktionskochfeld sowie einen Akkusauger. „Bei dem kleinen Sauger können wir nichts mehr machen. Da lassen sich schlicht die Akkus nicht mehr aufladen“, so Frericks. Beim Kochfeld hingegen haben die Fachleute den Fehler schnell gefunden: Es ist lediglich ein Stecker lose.

Die zwei gut ausgestatteten Werkzeugkoffer bleiben beim ersten Werktag also weitgehend ungenutzt. Für Rainer Frericks dennoch ein schöner Erfolg: „So kam auf einen Kunden ein Schrauber, auf diese Weise konnten wir die Reparatur wirklich gemeinsam angehen“, schmunzelt Frericks. Und: Man komme mit den Menschen ins Gespräch. Auch das gehört zur Philosophie, die hinter dem Repaircafé steht: Gemeinsam mit den Kunden Dinge reparieren und darüber hinaus noch wichtige Tipps und Hinweise geben.

Bezahlt wird die Reparatur übrigens mit einer kleinen Spende. Jeder gibt einen Obolus. Davon werden Kleinteile wie Aderendhülsen oder Lötzinn eingekauft. Was übrig bleibt, spendet das Repaircafé an die gute Sache.